IG Metall stellt Strafantrag gegen Topmanager

Comet-Affäre geht vor Gericht

24.03.2000
MÜNCHEN (CW) - Die IG Metall hat Strafantrag gegen führende Mitarbeiter der Q4. IBS und der Comet AG, namentlich deren Besitzer Karl-Heinz Voß, gestellt.

Die Auseinandersetzungen bei der Paderborner Firma Q.4 IBS, Entwicklerin der Standardsoftware Comet, nehmen an Härte zu. Nachdem kürzlich ein anonymes Schreiben schwere Vorwürfe gegen Voß erhoben hatte (siehe CW 11/00, Seite 14), geht der Fall jetzt vor Gericht. Die IG Metall klagt wegen Behinderung der Personalvertretung.

Laut IG Metall waren einjährige Verhandlungen um eine Betriebsvereinbarung "Regelung der Gleitzeit" gescheitert, als Voß einen Abschluss ausgeschlossen, weitere Verhandlungen mit dem Betriebsrat verweigert und dessen Auflösung verlangt hatte. Nach Einsetzung einer Einigungsstelle gemäß Betriebsverfassungsgesetz war die Situation Ende Februar 2000 eskaliert.

Die Gewerkschaft verwahrt sich gegen von Managern erhobene Behauptungen. So habe der Betriebsrat nicht die Arbeitszeit auf täglich acht Stunden begrenzen wollen, sondern gemäß Arbeitszeitgesetz eine Dokumentation der über acht Stunden hinausgehenden Arbeitszeit verlangt. Auch sei er nicht für ein angeblich drohendes Scheitern des Börsengangs von Comet verantwortlich.

Voß habe unzulässigen Druck ausgeübt, indem er mitteilen ließ, die Februar-Gehälter würden erst nach Rücktritt des Betriebsrats ausgezahlt. Die Überweisungen seien erst erfolgt, nachdem Mitarbeiter Klagen eingereicht hatten. In kleinen Gesprächsgruppen habe das Management die Angestellten bedrängt.