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Comdisco: HP wittert Morgenluft

25.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Bieterkarussell um Comdiscos Disaster-Recovery-Geschäft dreht sich weiter: Nun hat der US-Konzern Hewlett-Packard (HP), der bereits aus dem Rennen schien, seine Offerte von 610 auf 750 Millionen Dollar erhöht. Comdisco steht in den USA unter Gläubigerschutz. Um die Veräußerung seiner Business-Continuity-Services-(BCS-)Einheit kümmert sich das zuständige Konkursgericht im Rahmen eines Bieterprozesses.

Wie HP weiter mitteilte, sollen der Comdisco-Verwaltungsrat sowie dessen Gläubigerkomitee das neue Angebot sofort akzeptiert haben. Eigentlich hatten beide Gremien bereits einer anderen Offerte von Sungard zugestimmt. Der direkte Comdisco-Rivale war aufgrund seines 850 Millionen Dollar schweren Kaufangebots zunächst favorisiert worden. Den Zuschlag hatte Comdisco jedoch nur widerwillig gegeben, da es im Bereich BCS seit Jahren einen erbitterten Konkurrenzkampf mit Sungard führt.

HP unterbreitete sein Angebot, nachdem die US-Kartellwächter vor zwei Tagen angekündigt hatten, den ursprünglichen Deal zwischen Comdisco und Sungard zu blockieren (Computerwoche online berichtete). Die Behörden befürchten, dass eine Kombination der beiden BCS-Anbieter den Wettbewerb stark einschränken würde. Sungard will gegen diese Entscheidung zwar Einspruch erheben, hat dabei aber vermutlich wenig Aussicht auf Erfolg: Sollte sich das Unternehmen die begehrte Comdisco-Sparte einverleiben, käme es auf rund 40 Prozent Marktanteil, so viel wie Marktführer IBM Global Services. Bessere Karten bei den Kartellbehörden hat HP, das lediglich auf Rang vier der BCS-Weltrangliste liegt.