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Comdirect auf Freiersfüßen

29.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Commerzbank-Tochter Comdirect hat inzwischen öffentliches Interesse an einem Fusionspartner bekundet. Bankchef Klaus-Peter Müller sagte gegenüber der Tageszeitung "Die Welt", um weiter in Europa zu expandieren, müsse es eine Konsolidierung unter den großen drei bis fünf Online-Brokern geben. Daher sucht die Commerzbank für ihren Online-Wertpapierhändler Comdirect nach einem Partner, wobei Müller einen Deal mit den Rivalen Consors oder Direkt Anlage Bank nicht ausschloss. Frühere Medienberichte hatten bereits über eine Fusion von Consors und Comdirect spekuliert (Computerwoche online berichtete). Mit einer Kombination der Unternehmen könnten die Online-Broker ihre hohen Call-Center- und IT-Abteilungskosten deutlich senken.

Ein Rückgliederung von Comdirect in die Mutter ist für den Commerzbank-Chef nicht vorstellbar, denn das wäre eine der "schlechtesten Lösungen". Schließlich seien 93 Prozent der Comdirect-Kunden nie Kunden der Bank gewesen. "Wenn wir Comdirect integrieren, sparen wir nichts und machen uns zudem noch die Preisstruktur in unserem beratungsintensiven Privatkundengeschäft kaputt", erklärte Müller.