Reality Check

Collaboration ist häufig Tool-gesteuert

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Viele Unternehmen nutzen bereits Systeme zur Verbesserung der Zusammenarbeit. Aber sie schöpfen die Potenziale nicht aus, weil sie häufig zu technisch und werkzeugbezogen denken.
Foto: Beck et al. Services

Die Abrissfahrzeuge seien schon unterwegs, um die ersten misslungenen Sharepoint-Projekte beiseite zu räumen, berichtet Siegfried Lautenbacher, Geschäftsführer des in München beheimateten Dienstleisters Beck et al. Services. Der Grund liege aber weniger in etwaigen Mängeln des Microsoft-Produkts, sondern in der einseitigen Herangehensweise der Anwenderunternehmen. Die Möglichkeit zur Verbesserung der internen und externen Zusammenarbeit, kurz Collaboration, sei ein strategisches Thema, kein vordergründig technisches. Wer diesen Aspekt bei der Projektplanung und -umsetzung vernachlässige, werde seine Ziele kaum erreichen.

Beck et al. ist der Auftraggeber einer Studie, die er den renommierten Marktforschungsunternehmen Berlecon Research und Pierre Audoin Consultants (PAC) anvertraut hat. Seine Absichten definiert der IT-Serviceanbieter folgendermaßen: Zum einen wollte er Aufmerksamkeit für das Thema Collaboration erzeugen, zum anderen Argumente für IT-Verantwortliche liefern, die vorhaben, sich intensiv damit zu beschäftigen. Last, but not least war ihm daran gelegen, herauszufinden, was in den Unternehmen State of the Art ist und was die CIOs wirklich interessiert. "Wir wollten ein Gegengewicht zu den zahlreichen Umfragen bilden, die nur zu Marketing-Zwecken veröffentlicht werden", sagt Lautenbacher.

Tatsächlich erscheint die Umfrage sorgfältig geplant und umgesetzt: PAC und Berlecon befragten zwischen Februar und April dieses Jahres 100 IT-Verantworliche aus Unternehmen, die hierzulande mindestens 500 Mitarbeiter beschäftigen. "Das ist die Größenordnung, die uns interessiert", so Lautenbacher. Statt der üblichen Internet-Fragebögen arrangierten die Marktforscher Telefon-Interviews. Auf diese Weise ließ sich sicherstellen, dass die Daten tatsächlich von IT-Entscheidern stammen. Mit einigen Teilnehmern führten PAC und Berlecon zusätzliche Vertiefungsgespräche. Die Erkenntnisse daraus sind in die Studie eingeflossen.

Die Ergebnisse der Umfrage lassen sich in zehn Kernthesen zusammenfassen: