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Code-Krieg im Internet?

12.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um einen einheitlichen Standard im Web ist es schlecht bestellt, beklagt das "Web Standards Project" (WaSP). Schuld daran seien zum einen die Browser-Hersteller, die trotz Standard-Vorgaben des Web-Konsortiums W3C proprietäre Funktionen in ihre Programme einbauen. Außerdem gäbe es keinen professionellen HTML-Editor, der sauberen Quellcode produziert. Bemängelt hat das WaSP hierbei die Programme "Dreamweaver" von Macromedia, "GoLive" von Adobe, und "FrontPage" von Microsoft. Demzufolge sind auch die meisten Internet-Seiten auf bestimmte Browser hin optimiert und entsprächen ebenfalls nicht den Standards. Ferner sei in vielen Seiten Code enthalten, der noch auf ältere

Browser-Versionen abgestimmt ist. Dies sei unnötig, da es auch mit den aktuellen Spezifikationen möglich sei, Seiten zu bauen, die in jedem Browser darstellbar sind.

Der Code-Wirrwarr stellt einen erheblichen Aufwand für Webseiten-Programmierer dar. So testen einer Untersuchung zufolge 23 Prozent der Dreamweaver-Benutzer Ihre Seiten mit dem mittlerweile fünf Jahre alten Netscape 3, 84 Prozent mit Netsacpe 4 und 73 Prozent mit Internet Explorer (IE) 5.5. Mit dem Vorgänger IE 5.0 prüfen 66 Prozent ihre Seiten, 47 Prozent mit dem IE 4. Nur 8 Prozent berücksichtigen den Browser Opera, der als Standard-konform gilt.