Wenn Dropbox die falsche Lösung ist

Cloud Storage – wie Sie den richtigen Anbieter finden

24.02.2014
René Büst ist Technology Analyst & Advisor mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen. Er ist Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Wer nach sicheren und unternehmenstauglichen Alternativen zum Cloud-Service Dropbox sucht, sollte sich die Anbieter genau ansehen.

Die Suche nach einem Cloud-Storage-Anbieter hängt in den meisten Fällen mit den individuellen Anforderungen zusammen, die der Service erfüllen soll. Diese müssen Entscheider im Vorfeld erörtern und festlegen. Dazu gehört vor allem die Klassifizierung der Daten.

Cloud Storage – wie Sie den richtigen Anbieter finden
Cloud Storage – wie Sie den richtigen Anbieter finden
Foto: Raman Khilchyshyn, Fotolia.com

Dabei wird definiert, welche Daten in der Cloud und welche in der eigenen On-premise-Infrastruktur gespeichert werden. Bei der Auswahl eines Cloud-Storage-Anbieters sollten Unternehmen folgende Eigenschaften berücksichtigen:

1) Konfiguration und Integration

Der Storage-Dienst sollte sich auf einfache Art und Weise in die bestehende oder eine weitere Cloud-Infrastruktur integrieren lassen. So können Benutzer den vorhandenen Speicher über ein Hybrid-Szenario kostengünstig erweitern. Außerdem lassen sich damit über einen selbst festgelegten Zeitraum die Daten aus dem lokalen Speicher auf den Cloud Storage migrieren. Unterm Strich ergibt sich damit die Option, langfristig für bestimmte Daten auf ein eigenes Speichersystem zu verzichten. Ebenso verhält es sich mit dem unkomplizierten und nahtlosen Export der Daten aus dem Cloud Storage, der sichergestellt sein muss.

Eine weitere wichtige Eigenschaft ist das Zusammenspiel der Cloud-Services mit internen Systemen wie Verzeichnisdiensten (Active Directory oder LDAP), über die Benutzerdaten zentral gesammelt und Applikationen zur Verfügung gestellt werden. Für eine einfache und ganzheitliche Administration der Benutzerzugriffe auf Speicherressourcen ist diese Eigenschaft zwingend erforderlich. Der Anbieter sollte dazu eine offene und gut dokumentierte API bereitstellen, um die Integration zu realisieren. Alternativ kann er zusätzlich native Software mitliefern.

2) Plattformunabhängiger Zugriff auf die Daten von jedem Ort

Die Mobilität der Mitarbeiter wird immer wichtiger. Für Unternehmen ist es daher von entscheidender Bedeutung, sich auf die mobilen Arbeitsgewohnheiten ihrer Mitarbeiter einzustellen und mit entsprechenden Lösungen zu reagieren.

Der Cloud-Provider sollte im besten Fall einen plattformunabhängigen Zugriff auf die Daten ermöglichen, indem er Applikationen für alle gängigen mobilen und lokalen Betriebssysteme bereitstellt sowie einen Zugriff über eine Weboberfläche ermöglicht.

3) Trennung von sensiblen und öffentlichen Daten

Damit die Daten den Mitarbeitern auch über mobile und Web-Applikationen bereitgestellt werden können, sind weitere Sicherheitsmaßnahmen wie DMZs (Demilitarized Zone) und Rechtevergaben auf Dateiebene erforderlich. Ein Cloud-Storage-Anbieter sollte über Funktionen verfügen, um die Trennung von Daten mit einem höheren Sicherheitsbedarf gegenüber öffentlichen Daten zu ermöglichen. Unternehmen, die Daten aus der eigenen Infrastruktur heraus bereitstellen wollen, müssen hier weitere Investitionen in Schutzsysteme vornehmen oder einen Anbieter finden, der diese Sicherheit bereits integriert hat.

4) Anbindung an externe Cloud Services

Cloud Storage kann als eine gemeinsame und einheitliche Datenbasis für unterschiedliche Cloud-Services genutzt werden, um Dienste wie Software-as-a-Service (SaaS) oder Platform-as-a-Service (PaaS) zu intergieren. Der Wolken-Speicher dient dann als zentraler Speicherplatz. Hierzu muss der Anbieter offene APIs zur Verfügung stellen können, um die Anbindung zu realisieren.