Xing-Gruppe CW-Leser

Cloud - es geht nicht nur um Kosten!

20.07.2010
In der Xing-Gruppe CW-Leser diskutierten IT-Experten einmal mehr über die Potenziale des Cloud Computing.

Während Fachleute monatelang um allgemeingültige Definitionen ringen, nutzt die Anbieterseite den Hype zur Vermarktung nahezu jedes denkbaren Produkts", schreibt CW-Leser Martin Jeske von Detecon International in der Xing-Gruppe CW-Leser. Allgemeingültiges über Cloud Computing beschränkt sich nach seiner Einschätzung heute auf zwei Aussagen. "Erstens: Cloud Computing ist keine Technologie, sondern ein Geschäftsmodell zur Erbringung von IT-Diensten. Zweitens: Hinreichende Merkmale eines Cloud-Computing-Dienstes sind die verbrauchsbezogene Abrechnung und die Erbringung auf gemeinsam genutzten Betriebsmitteln."

Dass Cloud-Dienste einseitig auf Kostensenkung und Elastizität ausgerichtet werden, ist aus Sicht von CW-Leser Martin Jeske derzeit die größte Schwäche des Konzepts.
Dass Cloud-Dienste einseitig auf Kostensenkung und Elastizität ausgerichtet werden, ist aus Sicht von CW-Leser Martin Jeske derzeit die größte Schwäche des Konzepts.

Die aktuelle Fokussierung von Cloud-Computing-Diensten auf die Nutzendimensionen "Kostensenkung" und "Elastizität" bildet aus Sicht von Jeske aber auch die größte Schwäche des Konzepts: "Denn damit geben Cloud-Anbieter noch wenig Antworten auf Herausforderungen wie Lieferantenabhängigkeit, Komplexität von Schnittstellen, Dienstgüte von Anwendungen oder fehlende Innovationsgeschwindigkeit beziehungsweise Anpassungsfähigkeit." Folglich müssten sich Cloud-Computing-Anbieter wohl oder übel bei Entwicklung, Vermarktung und Vertrieb von Services entscheiden, ob sie wie bisher vor allem auf Skaleneffekte oder verstärkt auch auf Diversifikation setzen.

CW-Leser Bernd Kruczek: "Cloud Computing passt dann, wenn die Ansprüche der Kunden an die Performance nicht hoch sind."
CW-Leser Bernd Kruczek: "Cloud Computing passt dann, wenn die Ansprüche der Kunden an die Performance nicht hoch sind."

Der freiberufliche Berater Bernd Kruczek stimmt den Ausführungen grundsätzlich zu, vermisst aber zwei Kriterien, die in den Beiträgen zum Thema bisher nicht angesprochen worden seien. Zum einen die Bandbreite und Zuverlässigkeit der Verbindung: "Herkömmliche ADSL-Verbindungen der bekannten Provider scheiden hier meines Erachtens aus, da sie beim Upstream zu langsam und unzuverlässig sind, was die Verfügbarkeit betrifft. Also muss SDSL her, und das macht die Sache teuer."

Der andere Kritikpunkt dreht sich um die Leistungsfähigkeit der angebotenen Dienste. Kruczek: "Cloud Computing passt sicherlich dann, wenn die Ansprüche der Kunden an die Performance nicht hoch sind. Ist das aber ein Kriterium, scheidet Cloud Computing aus." (wh)

Lesen Sie hier die ganze Diskussion.

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