IT intim - Was CIOs akut beschäftigt

Cloud Computing ist oft verkapptes Hosting

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Sie befürworten die intelligente Nutzung der Cloud. Was verstehen Sie darunter?
Matthias Moritz, CIO, Bayer Healthcare
Matthias Moritz, CIO, Bayer Healthcare
Foto: Bayer Healthcare

Das Thema wird ja in jeder Hinsicht heiß diskutiert. Selbstverständlich muss man sich die Mühe machen, im Vorfeld von Entscheidungen gewisse Dinge zu klären - sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens. Beispielsweise ziehen wir bei der Auswahl unserer Anbieter und deren Lösungen unsere externen Wirtschaftsprüfer zu Rate. Und dann muss man halt die richtigen Fragen stellen. Unsere Provider sollten verbindliche Aussagen darüber machen, wo und wie sie unsere Daten speichern. Unter dieser Maßgabe werden die Risiken der Cloud durchaus beherrschbar.

Was mich außerdem beschäftigt, ist das Thema Pricing. In der Cloud kann man ja vieles machen, beispielsweise seine Daten speichern oder auch Softwareapplikationen nutzen. Bei dem letztgenannten handelt es sich häufig jedoch nicht um wirkliches Cloud Computing, sondern um ein verkapptes Hosting. Der Provider stellt die Nutzung pro Monat und User in Rechnung, nicht den tatsächlichen "Verbrauch". Von einem verursachergerechten Modell ist hier also nicht wirklich die Rede.

Ich wäre ja schon froh, wenn der pauschale Begriff des "User" klarer definiert und gegebenenfalls unterteilt würde - in Anwender mit geringer Nutzung auf der einen, "normale" User auf der anderen, und vielleicht Poweruser auf der dritten Seite. Meines Wissens wird das zwar noch nicht angeboten, ich denke aber, dass viele Anbieter durchaus an solchen Modellen arbeiten. Der Markt verlangt danach. Zu einem echten Cloud-Angebot gehören schließlich nicht nur die Lizenz und das Hosting, sondern auch die Abrechnung zum Beispiel nach bewegtem Datenvolumen oder ausgeführten Transaktionen - wie bei dem schon legendären Vergleich mit dem Wasserhahn, wo Sie ja auch nur bezahlen sollten, was tatsächlich herausgeflossen ist.