IBM-Chefin Koederitz im CW-Interview

"Cloud bedeutet Transformation"

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Martina Koederitz, Deutschland-Chefin der IBM, setzt auch in Zukunft auf Server-Produkte, das wachsende Softwaregeschäft und die Cloud.

CW: Die Situation an den internationalen Finanzmärkten hat sich in den vergangenen Wochen stark eingetrübt. Ist IBM schon in Alarmstimmung?

Koederitz: Noch spüren wir im Markt nichts. Das ist auch das Ergebnis der Gespräche, die wir zuletzt mit Kunden geführt haben. Trotzdem stellen wir uns entsprechend ein und identifizieren Bereiche, auf die wir uns nun stärker fokussieren wollen. Wir wissen ja, dass gerade in kritischen Zeiten IT genutzt werden kann, um die Produktivität von Unternehmen zu stärken. Nach der Krise von 2008/09 haben sich viele Unternehmen auf ihre Stärken besonnen und überlegt, welche Geschäftstätigkeiten sie bevorzugt angehen wollen. Auch hier ist IT eine treibende Kraft, neue Wege einzuschlagen.

CW: Ihr CEO, Samuel Palmisano, hat anlässlich der Verkündung der letzten Geschäftszahlen gesagt, IBM komme in dem tiefgreifenden Transformationsprozess, in dem sich das Unternehmen befinde, sehr gut voran. Was sind denn das für Transformationen, in denen sich IBM befindet?

Koederitz: Wir erheben den Anspruch, ein führendes, global integriertes Unternehmen zu sein. Da fragen wir uns, wie wir uns intern am besten aufstellen, um unsere Stärken auszuspielen. Hier arbeiten wir ständig an unserer Produktivität, unserer Effizienz und dies über alle geografischen Regionen hinweg.

Zum zweiten haben wir ja auch schon klar formuliert, dass wir in Richtung der höherwertigen Lösungssegmente gehen. Wir bewegen uns weiter Schritt für Schritt vom Produktgeschäft der Vergangenheit ins Lösungsgeschäft. Das betrifft alle Segmente: Hardware, Software und Services.

CW: Heißt das, dass Sie Ihr Portfolio an Hardware, Software und Services jetzt neu gewichten? Oder provokant gefragt: Lassen Sie das margenschwache Hardwaregeschäft und Teile des Servicegeschäfts links liegen, um nur noch Software und höherwertige Dienstleistungen anzubieten?