Test

Citrix XenServer 5 holt gegenüber VMware auf

Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.
Die kommerzielle Xen-Variante liegt seit rund zwei Monaten als XenServer 5 vor. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen Funktionen für die Hochverfügbarkeit, bessere Unterstützung für Storage-Systeme und Windows-Gäste.

Was vordem als Version 4.2 (Codename Orlando) auf den Markt kommen sollte und vorab als Beta zu begutachten war, wurde schließlich als XenServer 5 veröffentlicht. Der Hersteller begründet den Sprung mit der großen Zahl von über 130 Änderungen - bei der Versionsvergabe dürfte aber auch das Marketing ein Wörtchen mitgeredet haben, denn XenApp erschien zuvor bereits ebenfalls in der Version 5.

Installation

Die Installation erfolgt wie immer von zwei CDs oder per PXE-Boot aus dem Netz. Ein von der Linux-Variante CentOS entlehnter und leicht modifizierter Assistent leitet nach dem Booten in etwas über einem Dutzend Schritten durch die Einrichtung des Systems. Da das Host-System (in Xen-Terminologie "Domain 0") 64-Bit-Software ist, wird zwingend ein ebensolcher Prozessor vorausgesetzt sowie mindestens 1 GB RAM und 16 GB Festplattenplatz.

Ein von CentOS entlehnter Assistent geleitetet den Anwender durch die Installation von XenServer.
Ein von CentOS entlehnter Assistent geleitetet den Anwender durch die Installation von XenServer.

Für alle, die bereits XenServer im Einsatz haben, ist erfreulich, dass ein direktes Upgrade von einer Version 4 möglich ist und auch reibungslos funktioniert. Bei diesem Vorgang wird die während der ursprünglichen Installation angelegte Backup-Partition genutzt, auf der automatisiert eine Sicherung des Systems angelegt wird. Sollte etwas schief gehen, ermöglicht die Host-Restore-Funktion ein komplettes Rollback auf die vorige Version.

Sofern mindestens zwei Server in einem Pool betrieben werden, kann das Upgrade sogar ohne Downtime erfolgen - der Upgrademechanismus verschiebt dazu die laufenden VMs automatisch auf einen anderen Server im Pool.

Verbessertes Management

Nach dem ersten Boot-Vorgang im Anschluss an die Installation überrascht den Administrator die erste Neuerung - die Menü-Konsole xsconsole, die sämtliche administrativen Operationen ermöglicht, über die Systemparameter und -zustände informiert und gerade Neulingen die Benutzung des mächtigen Kommandozeilenprogramms "xe" erspart. Dieses verfügt inzwischen über zirka 270 Befehle und erfordert dementsprechend einen höheren Lernaufwand.

Zusätzlich ermöglicht der grafische Kommandostand XenCenter die komfortable Remote-Administration kompletter Server-Farmen (außer in der Express Edition - hier sieht man immer nur einen Server). Das Tool ist aber weiterhin nur als .Net-Programm für Windows verfügbar.

XenCenter ist das grafische Administrations-Tool für die Virtualisierungssoftware von Citrix.
XenCenter ist das grafische Administrations-Tool für die Virtualisierungssoftware von Citrix.

Um auch größte Server-Umgebungen effizient administrieren zu können, verfügt der XenCenter nun über mehr Steuerungsfunktionen bei der Storage-Verwaltung. Tagging- und Suchfunktionen verbessern zudem den Überblick über die Systeme und die grafisch aufbereiteten Performance-Daten reichen nun bis zu zwei Jahre zurück. Außerdem kann sich der Administrator bei Erreichen definierter Auslastungszustände oder Nichtverfügbarkeit virtueller Maschinen per E-Mail benachrichtigen lassen.

Das Pooling der XenServer innerhalb einer homogenen Rechnerumgebung sorgt für die zentrale Definition der Infrastrukturparameter für Netzwerkanbindung und Storage. Gleichzeitig bildet der Pool die Grundlage aller weitergehenden Funktionen wie Live Migration ("XenMotion" genannt) sowie der Funktionen für Hochverfügbarkeit.