XenMobile 10 vorgestellt

Citrix verknüpft MDM mit MAM

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nachdem es bei Citrix in Sachen Enterprise Mobility Management länger ruhig war, präsentiert der Hersteller jetzt in XenMobile 10 eine komplett neudesignte Admin-Konsole für MDM und MAM plus zusätzliche Kontrolle für die NetScaler-Gateway.
Screenshot der neuen Admin-Konsole in XenMobile 10.
Screenshot der neuen Admin-Konsole in XenMobile 10.
Foto: Citrix

Richtete sich ein Großteil der Verbesserungen in XenMobile 9 an die End-User-Experience, hatte Citrix bei der Gestaltung von dessen Nachfolger XenMobile 10 nach eigenen Angaben primär Erleichterungen für die IT-Abteilung im Visier. So stellten Mobile Device Management, Mobile Application Management, Mobile Content Management, Productivity Apps und Secure Mobile Gateways in ihrer Gesamtheit, wie es Citrix-Manager Kevin Binder im Firmen-Blog ausdrückt, einen Konfigurierungs- und Deployment-Alptraum für die IT dar.

Als Konsequenz fasste Citrix nun als wohl wichtigsten Punkt in Release 10 die Verwaltung von mobilen Endgeräten (MDM) und mobile Apps (MAM) in einem Server, kurz XenMobile Server genannt, zusammen. Diese Maßnahme soll dem Hersteller zufolge nicht nur die die Bedienung erleichtern und Kosten für Hardware und VM-Lizenzen sparen, sondern auch die Implementierung beschleunigen. Citrix spricht in diesem Zusammenhang von einem um 75 Prozent schnellerem Deployment, da weniger Schritte zur Konfigurierung und zum Setup erforderlich seien. Außerdem könne die IT nun eine Policy kreieren und über alle mobilen Plattformen und Devices ausrollen. Da dies bisher für jede Plattform separat erfolgen musste, rechnet Citrix mit etwa 50 Prozent Zeitersparnis bei der Erstellung von Policies und andere Standardaufgaben.

Citrix verweist zudem darauf, dass die Integration der NetScaler-Gateway die Sicht der IT in die Netzinfrastruktur erweitere - und dies mit der gleichen Konsole, mit der Admins automatisierte Connectivity-Checks für mehrere Systeme vornehmen könnten. Dass es vorher mit XenMobile Device Manager und XenMobile App Controller überhaupt zwei separate Server gab, hatte historische Gründe. So fügte Citrix 2012 MAM zu seiner CloudGateway hinzu und kaufte mit Zenprise eine MDM-Lösung. Böse ausgedrückt, hat Citrix also gut zwei Jahre gebraucht, um die Übernahme von Zenprise zu verdauen.

Als weiteres technisches Feature erweitert XenMobile 10 die Unterstützung von FIPS 140-2, indem die Verbindungen vom Gerät zum Netz und von dort zum Server verschlüsselt werden, genauso wie die Verbindungen, die von der Admin-Konsole ausgehen. Zusätzlich unterstützt die Lösung jetzt RSA Adaptive Authentication (AA).

Verbesserungen für den Endanwender

Daneben gibt es in XenMobile 10 auch einige kleine Verbesserungen für die Endanwender. So bietet die EMM-Suite etwa ein neues Selbstbedienungsportal, in dem Anwender selbst verlorengegangene oder gestohlene Geräte aufspüren, sperren oder remote löschen können. Diese Möglichkeit beruhigt zum einen Nutzer, die fürchten, dass ihr vermisstes (privates) Device gleich nach Benachrichtigung vom Admin ge"wiped" wird. Gleichzeitig wird die IT-Abteilung entlastet, da verlorengegangene Geräte laut Citrix zwanzig Prozent der Helpdesk-Tickets von mobilen Nutzern ausmachen. Ein wirkliches Novum ist solch ein Self-Service-Portal natürlich nicht - es gehört mittlerweile zum Standard-Repertoire führender EMM-Anbieter.

Als weitere Neuheit kann WorxNotes - eine der Apps in Citrix' Productivity-Suite -nun Notizen via ActiveSync mit Outlook synchronisieren und nicht mehr nur wie bisher mit ShareFile. Auch dieses Feature ist nicht wirklich spektakulär, allerdings profitiert der Nutzer davon, weil er alle Notizen gebündelt und an einem sicheren Platz hat. Ähnliches gilt für eine neue Priorisierungsfunktion für E-Mails in WorxMail oder die Möglichkeit, Kalendereinträge als privat zu markieren. Insgesamt erhielt die Sammlung an Worx Mobile Apps Citrix zufolge mehr als 20 Verbesserungen, die effizientere und bessere mobile Workflows ermöglichen sollen.

Der neue XenMobile-Client steht ab sofort für Kunden zum Download bereit, die Server-Erweiterungen sollen noch im ersten Quartal 2015 verfügbar sein.