Cisco: Zum Wachstum verdammt

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Seit John Chambers 1995 bei den Netzspezialisten das Ruder übernahm, ist der Anbieter eines der erfolgreichsten IT-Unternehmen der Geschichte.

Das Geschäftsjahr 2005 hat Cisco, das im Jahr 2000 das Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung war und damit IT-Größen wie IBM oder Microsoft überrundete, mit einem Umsatz von rund 25 Milliarden Dollar abgeschlossen. Doch das ist Chambers nicht genug. Er gab die Losung aus, dass die Company, die einst in einem Wohnzimmer gegründet wurde (siehe Kasten "Vom Wohnzimmer zum Weltkonzern"), jährlich um zehn bis 15 Prozent wachsen müsse.

Hier lesen Sie …

  • wie Cisco zum globalen Player aufstieg;

  • wo die Company Wachstumsmärkte der Zukunft sieht;

  • wie das Unternehmen neue Märkte erschließt;

  • welche Rolle die Unterhaltungselektronik für die Cisco von morgen spielt.

Cisco-City: die Konzernzentrale des Networking-Giganten.
Cisco-City: die Konzernzentrale des Networking-Giganten.

Ein Ziel, das viele US-amerikanische Analysten und Journalisten für erreichbar halten, denn sie glauben, dass Cisco nie besser aufgestellt war als heute. Auf der anderen Seite gibt es die Zweifler, die sich fragen, wann das wirtschaftliche Theorem des "Law of big numbers" bei Cisco zuschlägt. Oder sollte der Company etwas gelingen, was vor ihr keine andere IT-Firma geschafft hat: immerwährendes Wachstum?

Michael Ganser, Vice President und Deutschland-Geschäftsführer von Cisco Systems, ist davon überzeugt, dass dies dem Unternehmen möglich sein wird. Mit einem zielgerichteten Vorgehen positioniere sich die Networking-Company etwa in neuen geografischen Märkten. Der Fokus der Expansion liegt dabei auf den "Emerging Countries" wie Südamerika, dem Nahen Osten, Afrika, Osteuropa und Russland. Hier sieht Cisco große Wachstumschancen, da die Breitbandpenetration in diesen Ländern häufig nur bei einem bis fünf Prozent liegt. In diesen Regionen wächst das Unternehmen pro Jahr mit 30 Prozent und mehr, so dass die Emerging Countries heute zehn Prozent des Konzernumsatzes einbringen. "Wenn wir das auf zwei bis drei Jahre hochrechnen, können sich hier interessante Wachstumszahlen ergeben", blickt Ganser in die Zukunft.