Trotz Umsatz- und Gewinnschwund

Cisco wittert die Trendwende

05.11.2009
Der weltgrößte Netzausrüster Cisco macht Hoffnung auf ein Ende der Krise.
Versprüht wieder Optimismus: Cisco-Chef John Chambers
Versprüht wieder Optimismus: Cisco-Chef John Chambers
Foto: Cisco

Das US-Unternehmen, das als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer nicht nur für die Technologiebranche gilt, sieht sich wieder klar im Aufwind. Der Konzern will nun auch wieder neue Mitarbeiter einstellen. Im abgelaufenen Quartal musste Cisco allerdings noch einen kräftigen Gewinneinbruch verschmerzen.

Der Überschuss fiel in dem Ende Oktober abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal von Cisco im Jahresvergleich um knapp 19 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,2 Milliarden Euro). Auch der Umsatz gab um etwa 13 Prozent auf neun Milliarden Dollar nach, wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss in San Jose (Kalifornien) bekanntgab.

Ciscos neue "ISR-G2"-Router zur Anbindung von Filialen
Ciscos neue "ISR-G2"-Router zur Anbindung von Filialen

Cisco stellt Router und Switches für den Datenverkehr her, die heute in praktisch jedem größeren Unternehmen mit Computern benötigt werden. Das Geschäft des Konzerns spiegelt damit die Investitionsbereitschaft in verschiedensten Branchen wider. Die Cisco-Aktie stieg in einer ersten Reaktion im nachbörslichen US-Handel deutlich. Cisco rückte erst vor wenigen Monaten in den Dow-Jones-Aktienindex der 30 bedeutendsten US-Konzerne auf.

Die Zahlen des vergangenen Quartals übertrafen die Erwartungen der Analysten klar. Cisco-Chef John Chambers gab sich optimistisch: Nach einem Wendepunkt zur Jahresmitte habe der Konzern seither einen starken Wachstumstrend verzeichnet. "Das Quartal war entgegen unseren Erwartungen sehr stark." Für das laufende Vierteljahr rechnet Cisco mit bis zu vier Prozent Umsatzplus.

Internet-Videodienste - mit Flip Video engagiert sic das Unternehmen hier auch im Consumer-Segment - sieht Chambers als Schlüssel für zukünftiges Wachstum. Unter anderem will Cisco vom Trend zu mehr Videokonferenzen profitieren, mit denen die Unternehmen seit der Krise verstärkt Reisekosten einsparen. Der US-Konzern will daher für gut drei Milliarden Dollar den norwegischen Videokonferenz-Spezialisten Tandberg übernehmen. Da ein Teil der Aktionäre ein höheres Angebot fordert, erwägt Cisco laut Medienberichten aber auch einen Rückzug.

Cisco hat außerdem gerade ein Joint Venture mit dem Storage-Spezialisten EMC und dessen Virtualisierungstochter VMware angekündigt. Acadia, so der Name des Gemeinschaftsunternehmens, soll Infrastruktur ("Vblock"-Pakete) für "Private Clouds" in Rechenzentren von Unternehmenskunden liefern. (dpa/tc)