Aktienkurs steigt trotzdem

Cisco wird weniger Netztechnik los

15.05.2014
Die Nachfrage nach der Netzausrüstung von Cisco bleibt schwach.

Der kalifornische Konzern musste in seinem dritten Geschäftsquartal bis Ende April einen Umsatzrückgang von annähernd sechs Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 8,4 Milliarden Euro) hinnehmen. Der Gewinn schmolz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf unterm Strich 2,2 Milliarden Dollar.

John Chambers ist einer der dienstältesten CEOs im Valley.
John Chambers ist einer der dienstältesten CEOs im Valley.
Foto: Cisco

Konzernchef John Chambers zeigte sich am Mittwoch dennoch zufrieden. "Unsere Finanzergebnisse haben unsere Erwartungen übertroffen", erklärte er am Sitz in San Jose. Cisco mache "klare Fortschritte auf dem Weg zurück zu Wachstum". Auch die Börsianer waren zufrieden. Die Aktie stieg nachbörslich um siebenProzent.

Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik steckt in vielen Firmen-Netzwerken und sorgt auch dafür, dass das Internet läuft. Cisco erhofft sich vom "Internet der Dinge" einen Schub. Hinter dem Schlagwort steckt die Vernetzung von Alltagsgeräten wie Klimaanlagen oder Kühlschränken.

Firmenschild vor der Cisco-Zentrale in San Jose
Firmenschild vor der Cisco-Zentrale in San Jose
Foto: Cisco

Unklar ist, in welchem Ausmaß die Enthüllungen zur Spionage des US-Geheimdienstes NSA das Geschäft zuletzt belasteten. Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald behauptet in seinem Buch "Die globale Überwachung", die NSA fange regelmäßig Server, Router und andere Netzwerkgeräte ab, die aus den USA verschickt werden, um auf den Geräten einen virtuellen Spion zu installieren. Cisco selbst betont, der Konzern arbeite mit keiner Regierung zusammen, um Überwachung zu ermöglichen.

Zwischenzeitlich hat das Unternehmen allerdings eingeräumt, dass insbesondere chinesische Kunden der US-Technik misstrauten. In China sitzen mit Huawei oder ZTE überdies starke Rivalen. Deren Technik ist wegen Sicherheitsbedenken wiederum in den USA verpönt. Die Sorge ist, dass die jeweiligen Geheimdienste "Hintertüren" für sich einbauen. (dpa/tc)