Partner Summit in Boston

Cisco will die Cloud wiederverkaufen

Alexander Roth leitet als Geschäftsführer die Geschicke und die Redaktion von Evernine. Der mit Prädikatsdiplom ausgestattete Volkswirt wechselte 2004 in die Medienbranche, wo er zuerst beim Wirtschafts- und Polittalksender Air America Radio in New York City in der Recherche tätig war und in einem weiteren Schritt, wieder zurück in Deutschland, eine zweijährige Festanstellung beim Computerzeitschriftenverlag IDG (u.a. PC Welt, Computerwoche, ChannelPartner) inklusive Volontariat absolvierte. Auch ein Besuch der Akademie der Bayerischen Presse (ABP) gehörte zu seiner Ausbildung. 2007 gründete der heute 36-jährige Münchner das Redaktionsbüro Alexander Roth, das er zwischen 2010 und 2011 in die Evernine GmbH umwandelte.

"Resell Cloud": In Boston hat Cisco rund 3.000 Partner auf seine selbstbewusste Strategie eingestimmt, die Nummer Eins in der IT-Branche werden zu wollen. Denn der Konzern kann es sich derzeit erlauben, groß aufzufahren.

Von Alexander Roth, freier Journalist in München

"Wir wollen das führende IT-Unternehmen werden": Cisco-CEO John Chambers hat gute Argumente, warum es auch in Zukunft weiter bergauf gehen kann.
"Wir wollen das führende IT-Unternehmen werden": Cisco-CEO John Chambers hat gute Argumente, warum es auch in Zukunft weiter bergauf gehen kann.

Cisco ist ein besonderer Konzern im IT-Channel. Der Hersteller hat es in den vergangenen Jahren – besser: fast Jahrzehnten seit seiner Gründung – immer wieder geschafft, sich erfolgreich neu zu formieren und stets auf die Begebenheiten des Markts die richtigen Antworten zu finden. Wie zur Eigenbelohnung ist er dabei auch kräftig gewachsen.

Stichwort Netzwerke: Dort wo man in den Neunziger Jahren noch Router und Switche verkaufte, boomt heute ein breites Geschäft, das bis zu Servern und Services reicht. Beachtlich ist: Das Haus hat dabei immer seine Partner mitgenommen. Nach wie vor weist das Unternehmen einen konstanten indirekt erzielten Anteil des Umsatzes von über 90 Prozent aus. Die Anzahl der weltweiten Partner beläuft sich aktuell auf die Rekordsumme von über 68.000 Unternehmen.

"Wir wollen das führende IT-Unternehmen werden"

Vom 3. bis 6. Juni ging nun in Boston die weltweite Partnermesse über die Bühne – ChannelPartner war vor Ort. Die Konzernspitze, allen voran der langjährige Boss John Chambers machte eines deutlich: "Wir sind noch lange nicht am Ziel, wir haben stolze Pläne. Wir wollen das führende IT-Unternehmen werden. Und wir sind auf dem besten Weg dazu."

Es ist klar, dass US-Konzerne mit großen Geldbeutel – Cisco steuert aktuell einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar an, bei steigenden Gewinnen – gerne solche Töne verlauten lassen, doch Cisco legt in diesen Tagen beste Argumente vor, warum es auch in Zukunft weiter bergauf gehen kann: Das Haus bietet eine inzwischen wieder fokussierte Portfolio- und Cloudstrategie inklusive Mittelstandskonzept, eine an vielen Stellen innovative Technik, und nicht zuletzt ein lebendiges Partnernetzwerk, in welches der Hersteller jetzt auch noch kräftig investieren will.

150 Millionen Dollar für den Channel

Das Management um John Chambers kündigte vor Ort gleich mal eine Investition von über 150 Millionen Dollar an, das in den kommenden zwölf Monaten in weltweite Partnerinitiativen fließen soll. Diese Summe soll auf die 75 Millionen Dollar folgen, die der Konzern bereits vor einem Jahr für diesen Zweck bereitgestellt hatte.

Doch damit nicht genug: Die Summe ist Teil eines Gesamtbudgets von sage und schreibe einer Milliarde Dollar, die der Hersteller aufstellen will, um in den kommenden Monaten sein Mittelstandsgeschäft anzukurbeln. Im Visier sind Unternehmen von 100 bis 1.000 Mitarbeitern.

Die Kampagne soll als Gesamtpaket Imagepflege, Technikentwicklung, Marketing-, und Service-Kampagnen, Incentives und nicht zuletzt Lead-Belohnungen für Sales-Teams von Partnern enthalten, aber Cisco-interne Verkaufserfolge belohnen. Das gesamte Management stellte dabei über alle Ebenen und an allen Tagen in Boston klar, dass der Channel weiterhin die DNA von Ciscos Geschäft bleiben soll. Klare Lippenbekenntnisse für eine nicht anzufechtende Partnerstrategie gab es unmissverständlich viele an der Zahl.

Auf der nächsten Seite äußert sich EMEA-Chef Michael Ganser zur Cisco-Vergangenheit und -Zukunft.