Instant Messaging und Präsenz

Cisco schnappt sich Jabber Inc.

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Cisco will die Firma Jabber Inc. kaufen, die sich auf Lösungen für Instant Messaging und Präsenzanzeige spezialisiert hat.

Jabber Inc. bietet Lösungen für Enterprise Instant Messaging ("XCP", "JabberNow"-Appliance) an, die über verschiedene Endgeräte und Plattformen hinweg funktionieren. Die technische Grundlage dafür bildet das XML-basierende Extensible Messaging and Presence Protocol (XMPP), das mittlerweile von der XMPP Standards Foundation (vormals Jabber Software Foundation) gepflegt wird. XMPP ist auch das Protokoll von Googles Instant-Messaging-Dienst "Google Talk" und wird auch von anderen gängigen IM-Programmen wie AOL Instant Messenger (AIM) oder "iChat" von Apple unterstützt.

Cisco will mit der Übernahme Präsenz- und Messaging-Dienste "in das Netz" integrieren und Nutzern verschiedenster On-demand- wie On-premise-Plattformen, darunter auch der hauseigenen Produkte "WebEx Connect" und "Cisco Unified Communications", weit reichende Aggregationsmöglichkeiten anbieten. Jabbers Software unterstützt unter anderem Präsenzsysteme wie Microsoft Office Communications Server, IBM Lotus Sametime, AIM, Google sowie Yahoo!.

Das Appliance JabberNow ist eine schlüsselfertige Lösung für Enterprise Instant Messaging (EIM).
Das Appliance JabberNow ist eine schlüsselfertige Lösung für Enterprise Instant Messaging (EIM).

Finanzielle Details der Übernahme wurden nicht mitgeteilt. Die Transaktion soll in der ersten Hälfte des Cisco-Geschäftsjahres 2009 abgeschlossen werden. Jabber wird danach Teil der Collaboration Software Group (CSG) von Cisco. Diese wiederum gehört zu kürzlich etablierten Software-Sparte des weltgrößten Netzausrüsters, die unter anderem das Netzbetriebssystem IOS, Netz- und Service-Managment, UC-Lösungen sowie SaaS-Angebote (Software as a Service) umfasst.

Jabber sitzt in Denver, Colorado und wurde im Jahr 2000 gegründet. Es ist sehr Open-Source-affin und Hauptsponsor der XMPP Stadards Foundation. Bislang wurde Jabber vom Lead Investor Jona Inc. sowie unter anderem France Télécom, Intel Capital und Webb Interactive Services finanziert.