Switching-Geschäft rückläufig

Cisco orientiert sich in Richtung IT-Security

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Viele Cisco-Kunden sind verunsichert und haben den Ausbau ihrer Netze erst einmal gestoppt. Im abgelaufenen Quartal ist der Netzausrüster zwar noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Doch für die Zukunft will Cisco andere Geschäftsbereiche stärker ausbauen.

Der weltgrößte Netzausrüster bekommt die Investitionszurückhaltung vieler Kunden zu spüren. Angesichts der konjunkturellen Turbulenzen, die die Börsen auf der ganzen Welt beutelten, hätten die Verantwortlichen vielerorts ihre Initiativen rund um den Ausbau der Firmennetze erst einmal auf Eis gelegt. "Ich will erst einmal abwarten und sehen, was weiter passiert", zitierte Cisco-Chef Chuck Robbins anlässlich der jüngsten Bilanz-Präsentation Aussagen etlicher seiner Kunden.

Das abgelaufene zweite Fiskalquartal, das am 23. Januar endete, sei bis drei Wochen vor Schluss so gelaufen, wie das die Cisco-Verantwortlichen erwartet hatten, berichtete der Manager. Doch dann stoppten viele Firmen ihre Investitionen. "Wenn die Unternehmen die Option haben, erst einmal abzuwarten, dann entscheiden sie sich auch dafür zu warten", konstatierte Robbins. Auf eine Prognose, wie lange die Investitionspause noch dauern könnte, wollte sich der Cisco-Chef indes nicht festlegen lassen.

Cisco-CEO Chuck Robbins beobachtet einen Investitionsstop bei vielen Kunden, was den Ausbau der Netzinfrastrukturen betrifft. Das Security-Geschäft läuft dagegen besser.
Cisco-CEO Chuck Robbins beobachtet einen Investitionsstop bei vielen Kunden, was den Ausbau der Netzinfrastrukturen betrifft. Das Security-Geschäft läuft dagegen besser.
Foto: Cisco

Insgesamt stagnierte der Cisco-Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal bei etwa 11,9 Milliarden Dollar. Der Profit belief sich auf immerhin 3,1 Milliarden Dollar, 31 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (2,4 Milliarden Dollar). Mit diesen Zahlen erfüllte der Konzern die Erwartungen der Börsenanalysten.

Geschäft soll breiter aufgestellt werden

Cisco versucht derzeit, sein Geschäft breiter aufzufächern und so die Abhängigkeit vom klassischen Switching-Geschäft zu lösen. Künftig will der Konzern sein Geschäft mit Software, Services und Sicherheit stärker ausbauen. Dafür hat Cisco beispielsweise zuletzt den Analytics-Spezialisten Parstream gekauft und erst vor kurzem angekündigt, die SaaS-basierte Internet-of-Things-Plattform (IoT) Jasper übernehmen zu wollen.

Diese Diversifizierung des Geschäfts scheint auch dringend notwendig zu sein. Im abgelaufenen Quartal schrumpfte das Switching-Segment um vier Prozent. Auch der Bereich Data Center verzeichnete einen Umsatzrückgang um drei Prozent. Dagegen verbesserte sich das Geschäft mit Security-Lösungen um elf Prozent. Jedoch macht dieser Posten mit 462 Millionen Dollar derzeit nur gut fünf Prozent der gesamten Enterprise-Produkteinnahmen in Höhe von 8,89 Milliarden Dollar aus. Den Löwenanteil steuert mit knapp 40 Prozent das rückläufige Switch-Geschäft bei (3,48 Milliarden Dollar). Etwas verbessern konnte sich insgesamt das Servicegeschäft mit einem Plus von drei Prozent auf gut 2,94 Milliarden Dollar.

Für das laufende dritte Fiskalquartal rechnet das Cisco-Management mit einem Umsatzwachstum zwischen einem und vier Prozent. Das ist für eine Prognose des Netzausrüsters eine ungewöhnlich breite Spanne. Finanzchef Kelly Kramer begründete dies mit der derzeit herrschenden Unsicherheit im Markt. Außerdem beschloss der Aufsichtsrat, das Aktienrückkauf-Programm um weitere 15 Milliarden Dollar aufzustocken.