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Cisco: Mitarbeiter üben Optionsscheine schneller aus

07.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Seit dem Kurseinbruch vor vier Jahren haben sich die Mitarbeiter des Netzwerkriesen Cisco bei der Ausübung ihrer Aktienoptionen Zeit gelassen. Dies werde sich in der nahen Zukunft ändern, schätzt das Unternehmen aus San Francisco, Kalifornien, in seinem jüngsten Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC. In einer Fußnote spekuliert Cisco, dass die Angestellten ihre Aktienoptionen künftig im Schnitt nach 3,3 Jahren ausüben. Bislang war die Company davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter durchschnittlich 5,6 Jahren halten.

Derzeit muss Cisco die geschätzten Kosten für Mitarbeiteroptionen nur in einer Fußnote angeben, nicht aber verbuchen. Sollte das Unternehmen aber - wie vom Financial Accounting Standards Board (FASB) geplant- ab dem nächsten Geschäftsjahr gezwungen sein, Aktiengeschenke an Mitarbeiter als Ausgaben in seine Gewinn-Verlust-Rechnung aufzunehmen, könnte sich die kürzere Lebensdauer der Optionen als enormer Vorteil erweisen: So reduzierte die Company bereits auf Basis dieser Annahme den geschätzten Wert der im August neu ausgegebenen 162 Millionen Mitarbeiteroptionen um mehr als 300 Millionen Dollar. Nach Steuern müsste der Netzwerkausrüster dadurch im Laufe der nächsten fünf Jahre etwa 190 Millionen Dollar weniger Kosten ausweisen, rechnet das "Wall Street Journal" vor.

Cisco ist ein vehementer Gegner der FASB-Pläne, nicht allein wegen der höheren Kosten: Im vergangenen Geschäftsjahr wäre der Gewinn bei Ausweisung der Aufwendungen um 28 Prozent von 4,4 Milliarden auf 3,2 Milliarden Dollar gesunken. (mb)