Nortel warnt

Cisco-Kunden zahlen eine zusätzliche Energiesteuer

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Nortel Networks behauptet auf Basis einer Studie, dass Netzausrüstung von Cisco mehr Strom verbraucht als vergleichbare eigene Produkte. Anwender könnten sich diese "Cisco Energy Tax" sparen.

Nortel Networks hat ein Energiespar-Rabattprogramm für den nordamerikanischen Markt gestartet. Dabei wird Neukunden mit mindestens 1.000 Mitarbeitern ein Abschlag in Höhe der im ersten Jahr voraussichtlich eingesparten Energiekosten zugestanden - wenn sie ihr neues Nortel-Datennetz mit ihrem alten System (anderer Hersteller) vergleichen. Nortel kalkuliert eigenen Angaben zufolge verschiedene Konfigurationen, Aufwendungen für die Kühlung, regionale Stromkosten sowie andere Faktoren in den zu erzielenden Sparbetrag ein.

Aufs Korn genommen hat Nortel den schier übermächtigen Rivalen Cisco - weswegen die Kanadier auch den Begriff "Cisco Energy Tax" erfunden haben. Als Argumentation dient eine Studie der Tolly Group, der zufolge Netzausrüstung von Nortel bis zu 40 Prozent weniger Strom verbraucht als vergleichbare Geräte von Cisco (PDF). Gegenüber gestellt wurden etwa Core Switches der Serien "Nortel ERS 8600" und "Cisco Catalyst 6500" sowie die IP-Telefone "Nortel 1140E" und "Cisco 7961 G-GE". Am Schluss der Tolly-Studie findet sich der Satz, dass Vertreter von Cisco zu den Tests eingeladen wurden. Allerdings sei die Einladung nicht von Cisco beantwortet worden.