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Cisco hilft Cogent aus der Schuldenfalle

20.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Cisco hat seine 263 Millionen Dollar hohen Forderungen in eine 18-prozentige Beteiligung an dem finanziell angeschlagenen Internet-Service-Provider (ISP) Cogent Communications umgewandelt. Cisco zahlte dem Unternehmen außerdem 20 Millionen Dollar in bar sowie 17 Millionen Dollar in Form einer neuen Schuldverschreibung. Der Netzwerkausrüster befreite sich damit von der Verpflichtung, weiteres Geld zur Verfügung zu stellen.

Die beiden Unternehmen hatten 1999 eine folgenschwere Vereinbarung getroffen. Der in Washington ansässige ISP verpflichtete sich damals, sein nationales Glasfasernetz nahezu ausschließlich mit Cisco-Equipment zu errichten. Als Ausgleich sicherte Cisco einen Finanzierungskredit über 409 Millionen Dollar zu. Nachdem Cogent 263 Millionen Dollar davon aufgebraucht hatte, verlor der Carrier jedoch wegen der drastisch gesunkenen Einnahmen und Cash-Reserven seine Kreditwürdigkeit.

Durch die mit Cisco erzielte Einigung ist Cogents Schuldenberg innerhalb der letzten sechs Monate von 380 Millionen auf 27 Millionen Dollar gesunken - die neue Kreditlinie über 17 Millionen Dollar bereits eingerechnet. Gleichzeitig erklärte sich eine Investorengruppe bereit, dem Unternehmen eine Finanzspritze über 41 Millionen Dollar zu geben.

Nachdem die Finanzen wieder in Ordnung gebracht sind, plant Cogent Presseberichten zufolge, durch neue Übernahmen weiter zu wachsen. Der ISP hat bereits sieben Konkurrenten aufgekauft. So erwarb das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Großteil der US-Aktivitäten von Psinet für 10 Millionen Dollar (Computerwoche online berichtete). Im Februar diesen Jahres übernahm der Carrier außerdem Fiber Net Solutions, einen in vier US-Bundesstaaten aktiven Provider. (mb)