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Cisco erzielt neuen Rekordgewinn

11.08.2004
Der weltweit führende Netzausrüster hat im vierten Quartal deutlich mehr umgesetzt und einen Rekordgewinn verbucht. Wegen des vorsichtigen Ausblicks fiel seine Aktie trotzdem nachbörslich auf ein Jahrestief.

Der Netzwerkriese Cisco Systems hat im vierten Geschäftsquartal 2003/04 (Ende: 31. Juli) seine Umsätze deutlich gesteigert und einen neuen Rekordgewinn erzielt. Wegen des vorsichtigen Ausblicks fiel der Aktienkurs am gestrigen Dienstag im nachbörslichen Handel allerdings um mehr als fünf Prozent und erreichte damit ein neues Jahrestief.

Konzernchef John Chambers zeigte sich gegenüber Analysten über den Kursrückgang überrascht. Der abgelaufene Dreimonatszeitraum stelle in vielerlei Hinsicht ein Rekordquartal dar. Cisco werde wohl kaum ein viel besseres Quartal als das zurückliegende erreichen, erklärte er. Das Unternehmen aus San Jose, Kalifornien, hatte am gestrigen Dienstag nach US-Börsenschluss einen Quartalsüberschuss von 1,4 Milliarden Dollar oder 20 Cent pro Aktie gemeldet. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte der Branchenprimus noch ein Plus von 982 Millionen Dollar geschrieben. Sondereffekte ausgeklammert, betrug der (Pro-forma-)Profit 21 Cent je Anteil und lag damit einen Cent über dem Marktkonsens. Die Einnahmen kletterten im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, das sind 5,4 Prozent mehr als im vorangegangenen dritten Fiskalquartal und etwas mehr als Analysten der Wall Street erwartet hatten.

Im Gesamtjahr 2003/04 verbuchte der Netzwerksspezialist einen Umsatzanstieg um 16,8 Prozent auf 22 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn verbesserte sich um 23 Prozent von 3,6 Milliarden auf 4,4 Milliarden Dollar und erreichte damit einen neuen Spitzenwert.

Aus Sicht von Cisco-CEO Chambers zeichneten die Investitionen in Schwellenmärkte rund um die Welt, zusammen mit den anhaltenden Innovationen im Kerngeschäft und der hoch entwickelte Technik für die Rekordergebnisse verantwortlich. Er warnte jedoch, dass das Unternehmen das hohe Wachstumstempo in der nahen Zukunft nicht beibehalten könne. So erwartet das Management im laufenden ersten Quartal 2004/05 maximal einen Umsatzanstieg von zwei Prozent gegenüber dem abgeschlossenen Dreimonatszeitraum – die Analysten waren bislang von einem Wachstum um rund drei Prozent ausgegangen. Den zurückhaltenden Ausblick begründete Chambers vor allem mit saisonalen Faktoren, darunter dem schleppenden Verkauf im Sommer in Europa.

Allzu schlecht dürfte es um die Zukunft Ciscos aber nicht stehen. So hat sich der als Berufspessimist bekannte Chambers mit Wirkung zum 1. August wieder auf der Gehaltsliste setzen lassen - nachdem er sich seit April 2001 mit einem symbolischen Lohn von einem Dollar begnügt hatte und von seinen – wenn auch – üppigen Ersparnissen gelebt hat. Gleichzeitig hat das Unternehmen im abgelaufenen Dreimonatszeitraum erstmals seit mehreren Jahren wieder Personal eingestellt. Im laufenden Geschäftsjahr will Cisco weitere 1000 neue Stellen schaffen, den Großteil davon im Bereich Forschung und Entwicklung. (mb)