Unified-Computing-System

Cisco erweitert seine Data-Center-Lösung um Rack-Server

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Der Netzwerkriese Cisco hat mit der C-Series an Rack-Servern einen neuen Baustein für sein Unified-Computing-System (UCS) vorgestellt.

Der neue Formfaktor soll Unternehmen einen günstigen Einstieg in UCS erleichtern und mehr Wahlmöglichkeiten bieten, erklärte Cisco bei der Vorstellung der C-Series-Rack-Server. Mit der C-Series könnten Nutzer den Formfaktor wählen, der in ihre aktuelle und künftige Rechenzentrumslandschaft passe, so der Hersteller. Preise für die ab dem vierten Quartal verfügbaren 1U- und 2U-Server gab der Netzwerkriese jedoch nicht bekannt.

Ähnlich wie die früher vorgestellen Blade-Server der B-Series sind auch die drei Rack-Modelle mit Xeon-5500-Prozessoren (Nehalem) von Intel ausgerüstet und mit der Extended Memory Technology sowie Adapter-Virtualisierung speziell an Ciscos UCS angepasst. Ciscos Unified-Computing-System unterstützt den konsolidierten Zugriff auf Speichersysteme (SANs, NAS, iSCSI) über ein Interface. Durch den Einsatz von 10-Gigabit-Data-Center-Ethernet bietet das System Anschlüsse für die gleichzeitige Übertragung von Ethernet/IP und Speicherverkehr. Diese von Cisco selbst entwickelten Neuerungen schließen jedoch die Nutzung von fremden Blade- und Rack-Servern in einer UCS-Umgebung grundsätzlich aus. So hatte der Hersteller schon früher erklärt, dass er keine Pläne habe, UCS für die Rechenzentrums-Server der Platzhirsche HP, IBM, Dell oder Sun zu öffnen. Genauso wenig besteht Interesse, die zugrunde liegenden Technologien für Virtual-Adapter und Speichererweiterung zu lizenzieren.

Der Druck auf die Konkurrenz nimmt zu

Mit den neuen Rack-Servern sehen Analysten die Chancen Ciscos, im Server-Markt Fuß zu fassen, dramatisch ansteigen. Gleichzeitig gehen sie davon aus, dass der Wettbewerb mit den alteingesessenen Server-Herstellern HP und IBM zunimmt. "Cisco muss nun als ein viel breiter aufgestellter Player im Server-Markt gesehen werden, der direkt mit Top-Anbietern wie HP und IBM konkurriert", kommentierte Ittai Kidron, Analyst bei Oppenheimer & Co., die Ankündigung der C-Series. Da sich die Server-Produkte mit denen von HP und IBM nun noch stärker überlappten, geht Kidron davon aus, dass die beiden Rivalen ihr Angebot beziehungsweise ihre Partner im Bereich Netzwerke entsprechend anpassen werden. Auch sie wollen schließlich ein größeres Stück vom Datacenter-Kuchen. Unter anderem wird spekuliert, dass IBM Juniper-Equipment unter Lizenz nimmt, um seine Beziehung zu Cisco weiter zu lockern.

Cisco scheint bereits einige Aufmerksamkeit auf das im dritten Quartal 2009 erhältliche UCS gelenkt zu haben. Einer Umfrage von Goldman Sachs unter 100 IT-Entscheidern in Fortune-1000-Unternehmen zufolge rechnen fast zwei Drittel der Befragten innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren mit einer wachsenden Zahl von Cisco-Servern in ihren Rechenzentren. 18 Prozent erklärten, sie wollten den Einsatz von Cisco UCs noch in diesem Jahr prüfen.

Insgesamt sieht der Netzwerkriese Cisco sein Potenzial im Bereich Rechenzentrum einschließlich Services bis 2012 auf über 83 Milliarden Dollar anwachsen. Im Segment Rack-Server mit zwei Sockeln wurden im vergangenen Jahr 12,8 Milliarden Dollar umgesetzt.

Um die künftigen Umsatzziele bewältigen zu können, räubert Cisco bereits jetzt bei der Konkurrenz: Nach Angaben des Herstellers sind rund 70 Prozent der Vertriebspartner für die Rechenzentrumslösungen autorisierte Reseller von einem Wettbewerber. Cisco rechnet damit, in den nächsten sechs Monaten mehr als 500 spezialisierte Partner für den Bereich Data Center Network Infrastructure (DCNI) parat zu haben.