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CIS AG: Programmieren muss Spaß machen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Mit der Standardsoftware "Semiramis" macht die C.I.S. AG aus Hannover den etablierten Anbietern Konkurrenz. Von seinen Entwicklern erwartet das Unternehmen analytische Fähigkeiten, Abstraktionsvermögen, sehr gutes theoretisches Grundlagenwissen und Java-Kenntnisse. Diese Voraussetzungen brächten vor allem Informatiker, Mathematiker und Physiker mit.

Als "Denk- und Softwarefabrik" gründete Reinhold Karner die C.I.S. Cross Industrie Software AG 1995 in Hannover. Wichtigste Aufgabe: die komplette Neuentwicklung eines Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systems für den Mittelstand.

Mehr als 3500 Bewerbungen gingen vergangenes Jahr bei der Softwareschmiede ein. Trotz der Bewerberflut findet Vorstand Michael Wohlwend die passenden Leute nicht immer auf Anhieb: In den Bereichen Pre-Sales, Consulting und System-Consulting sind seine Ansprüche hoch und geeignete Mitarbeiter dementsprechend rar. Besonders den Betriebswirtschaftlern stellt er keine guten Noten aus. Häufig zeige sich schon im Bewerbungsgespräch, dass die Ausbildung an den Universitäten den Anforderungen in seinem Unternehmen nicht genügen: Viele Hochschulabsolventen kennen, wenn überhaupt, nur ein einziges ERP-System und das nur oberflächlich.

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Vorstand Michael Wohlwend

Betriebliche Abläufe seien ihnen oft nur aus theoretischer Sicht und nicht aus eigener Anschauung und Erfahrung bekannt. "An den Hochschulen wird zu viel Overhead unterrichtet - die eigentlichen Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen kommen im Studium viel zu selten vor", sagt Wohlwend. Sein Rat: Studenten sollten sich unbedingt in Nebenjobs oder Praktika die Praxiserfahrung verschaffen, die die Hochschulen oft nicht vermitteln.

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