Wertbeitrag der IT

CIOs lehnen die Rolle des Schwarzen Peters ab

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Viele IT-Chefs fühlen sich unterbewertet. Aber sie ergreifen Gegenmaßnahmen - angefangen von der verstärkten Kommunikation bis hin zur Einrichtung eines eigenen Marketings.
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Die Geschäftsleitung hat meist keine Ahnung, welchen Wertbeitrag die IT für das Unternehmen leistet. Nur in jedem siebten Unternehmen wird eine solche Einschätzung auf oberster Management-Ebene vorgenommen. Das ergab eine CIO-Befragung des Beratungsunternehmens Ardour Consulting aus Seeheim-Jugenheim.

Von den 166 befragten IT-Verantwortlichen sagte jeder dritte, sein Beitrag für den Unternehmenserfolg werde nur "mit größeren Abstrichen" wahrgenommen; fast ein Viertel findet seine Arbeit sogar "völlig unzureichend" beurteilt. Kein Wunder, dass die meisten IT-Bereiche sich in die Rolle des Schwarzen Peters gedrängt fühlen.

Ein schwacher Trost: Seitens der Fachabteilungen ist die Akzeptanz der IT deutlich breiter: Drei von fünf IT-Chefs erfahren hier Anerkennung für den Wertbeitrag ihres Bereichs. Das lässt selbstverständlich auch noch Raum für Verbesserungen.

Die IT-Organisation wird im Problemfall häufig zum Sündenbock gestempelt, und auf der Kundenseite herrscht Unverständnis für technische Schwierigkeiten vor, erläutert Ardour Consulting. Das bestätigten zwei Drittel der Befragten. Fast genauso viele, genauer gesagt: 61 Prozent, beklagten sich, dass die IT als Kostenfaktor klassifiziert werde. Die Hälfte der CIOs nimmt die internen Akzeptanzdefizite eigenen Angaben zufolge dadurch wahr, dass sie über begrenzte strategische Durchsetzungskraft verfügen und der IT die Funktion als Business Enabler abgesprochen werde. Der Projekterfolg werde häufig nicht der IT, dem beteiligten Fachbereich zugeschrieben, sagen viele.