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CIOs drängen in digitale Ökosysteme

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Moderne CIOs legen derzeit größten Wert darauf, ihr Unternehmen an digitalen Ökosystemen teilhaben zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt Gartner nach einer Umfrage unter knapp 2600 IT-Managern weltweit.

Alle Jahre wieder lädt Gartner zum großen Symposium ein - zuerst in Orlando, später dann für europäische Kunden in Barcelona -, um die aktuellesten Trends für das IT-Management auszurufen und das Feedback der Community einzusammeln. Viele Themen, die in der spanischen Metropole präsentiert werden, sind zuvor bereits in Orlando auf der Agenda, darunter die Studie "CIO Agenda 2017". Darin berichten 2598 CIOs aus 93 Ländern von ihren Plänen. Sie stehen für ein IT-Investitionsvolumen von 292 Milliarden Dollar.

Wo CIOs 2017 Geld ausgeben wollen
Wo CIOs 2017 Geld ausgeben wollen
Foto: Gartner

Als Megatrend stellen die Analysten fest, dass mit fortschreitender Digitalisierung die Teilnahme der Unternehmen an digitalen Ökosystemen wichtiger wird. Die Partizipation an solchen standardisierten digitalen Plattformen gilt als ein essenzieller Differenzierungsfaktor. Die Teilnehmer verspechen sich davon beispielsweise einen besseren Marktzugang, mehr Innovation und eine höhere Produktivität. Für CIOs ist die Teilnahme an digitalen Ökosystemen Chance und Herausforderung zugleich. Das lineare, an klassischen Wertschöpfungsketten orientierte Business mit stufenweisem Vorgehen und der Einbindung wohlbekannter Partner wird hier aufgebrochen und Stück für Stück durch ein schnelles, multidimensionales Netzwerk ersetzt. Der Übergang tangiert laut Gartner Organisation, Technologie und Führungsverhalten gleichermaßen.

Drei Kategorien von CIOs

Die Analysten unterteilen die CIOs - basierend auf deren Selbsteinschätzung und den Gartner vorliegenden Daten und Metriken - nach ihrer digitalen Reife. So gibt es eine kleine Elite der "Top-Performer", eine große Masse der "Typical Performer" und die überschaubare Gruppe der Nachzügler ("Trailing Performers"). Unter den Top-Performern sagen 79 Prozent der Befragten, dass sie an einem digitalen Ökosystem teilnehmen. Das liegt weit über den Durchschnitts-CIOs (49 Prozent) und den Nachzüglern (24 Prozent).

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"Es ist offensichtlich, dass die führenden Organisationen hier echte Werte sehen", stellen die Marktforscher fest. Es sei eindeutig, dass digitale Ökosysteme Chancen eröffneten, die Unternehmen im Alleingang nicht hätten - etwa im Bereich der Customer Experience, der Skalierung von Geschäftsmodellen oder der offenen, API-basierenden Innovation. CIOs, die sich entsprechend orientierten, sorgten in der Regel für interoperable IT-Infrastrukturen, eine Öffnung ihrer IT-Organisationen sowie einen Fokus auf das Managen von Beziehungen.

Wo investieren CIOs?

Laut Gartner spiegelt sich das Interesse an Ökosystemen in den technologischen Prioritäten: Fortgeschrittene CIOs investieren 2017 vorzugsweise in Analytics und Cloud-Dienste. Dabei entwickeln sie - zwangsläufig - viel im eigenen Haus, weil sie das gewünschte Know-how immer weniger im Markt finden. So verwundert es nicht, dass sie den Mangel an IT-Talenten und fehlendes Budget als größtes Hemmnis bezeichnen.

Was CIOs hindert, erfolgreich zu sein.
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Foto: Gartner

Als problematisch wird ferner das fehlende Verständnis und die mangelnde Unterstützung des Topmanagements genannt. Bei den Top Performers ist das allerdings nur für zehn Prozent der Befragten ein Hindernis, unter den Nachzüglern beklagen dagegen 16 Prozent die fehlende Unterstützung. Ähnliche Divergenzen finden sich in Sachen Unternehmenskultur: Unternehmen, die digital weit fortgeschritten sind haben damit nur zu vier Prozent ein Problem, doch zehn Prozent der Spätentwickler bemängeln die schwache digitale Ausprägung der Unternehmenskultur. (hv)