CIOs - Die Rückkehr der Superhelden?

28.04.2009

Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Fähigkeiten. Kein Wunder, dass im Kino Superhelden Konjunktur haben: von Spiderman über die ironisch gebrochenen Incredibles bis hin zum völlig humorlosen Batman. Normale Menschen mit normalen Fähigkeiten haben es dagegen schwer. Jürgen Klinsmann zum Beispiel: Am Anfang der Saison noch als Superheld zu Bayern München geholt, wurde er jetzt als Durchschnittstrainer entlarvt (trotz der Buddhas auf dem Trainingsgelände) und prompt gefeuert. Seine Chefs hatten mehr erwartet.

Wer jetzt denkt, dass diese Kolumne nichts mit IT zu tun hat, irrt. Gerade ist im CIO-Magazin eine Liste mit Eigenschaften aufgetaucht, die CIOs heute unbedingt mitbringen sollten, wenn sie sich in diesen harten Zeiten behaupten wollen: Der CIO sollte, heißt es im Blog-Eintrag des als "nomadic CIO" auftretenden Anonymus, nicht nur alle strategischen Business-Ziele kennen. Er sollte auch ein Technologieexperte und exzellenter Zuhörer sein und mehrere Sprachen beherrschen. Er muss das Geschäft und dessen operationale Prozesse im Detail verstehen, und wenn nötig auch mal einen oberflächlich daherparlierenden Bereichsvorstand korrigieren können. Er sollte eng mit der Business-Seite zusammenarbeiten und ihre Bedürfnisse wenn schon nicht vorausahnen, dann doch prompt befriedigen, sobald sie geäußert sind. Dabei muss er kosteneffiziente und gleichzeitig umsatzsteigernde Lösungen anbieten. Qualitätssichernde Maßnahmen, ein starkes Portfolio-Management und natürlich große Umsicht in Budget-Fragen runden das Bild des guten CIOs ab. Alles klar? Oder immer noch Mitleid mit Klinsmann? Ach so, ja: Die nächste Schule für Superhelden soll in der Nähe von BetelGeuze angesiedelt sein. Der Stern ist leicht zu finden am nächtlichen Himmel. Er gehört zum Orion und ist 429 Lichtjahre entfernt.

Weitere Analysen und Meinungsbeiträge finden Sie im Blog des Autors unter www.wittes-welt.eu.