Michael Wilhelm neuer Landes-CIO

CIO-Wechsel in Sachsen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Weil die FDP nach der Wahl 2014 nicht mehr in den Landtag kam, musste CIO Wilfried Bernhardt seinen Stuhl räumen.
Michael Wilhelm ist neuer CIO des Landes und vertritt Sachsen auch im IT-Planungsrat.
Michael Wilhelm ist neuer CIO des Landes und vertritt Sachsen auch im IT-Planungsrat.
Foto: Innenministerium Sachsen

Michael Wilhelm (58), Staatssekretär im sächsischen Innenministerium, ist ab sofort neuer Beauftragter für Informationstechnologie und damit neuer CIO des Landes Sachsen. Das hat das sächsische Kabinett beschlossen.

Wilhelm ist nun federführend für den Einsatz der IT in der sächsischen Verwaltung verantwortlich. Er wird das Land Sachsen auch im IT-Planungsrat von Bund und Ländern vertreten.

Wilfried Bernhardt war CIO von Sachsen. Bernhardts FDP kam 2014 nicht mehr ins Parlament.
Wilfried Bernhardt war CIO von Sachsen. Bernhardts FDP kam 2014 nicht mehr ins Parlament.
Foto: Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Europa

Wilhelm folgt auf den FDP-Politiker Wilfried Bernhardt. Der Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Europa war seit Mai 2010 erster Landes-CIO von Sachsen. Da die FDP bei der letzten Wahl 2014 nicht wieder in den Landtag gewählt wurde, endeten die Regierungsbeteiligung seiner Partei und seine Tätigkeit als Staatssekretär im November 2014.

Wilhelm, geboren in Würzburg, machte nach dem Abitur eine Lehre zum Bankkaufmann. 1977 bis 1978 war er für die Dresdner Bank in New York tätig. Von 1978 studierte Wilhelm Jura und VWL an der Universität Bayreuth. Sein Studium schloss er 1984 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab.

Von 1984 bis 1993 arbeitete Wilhelm bei der Bayerischen Finanzverwaltung, von 1993 bis 2003 war er Referatsleiter für Steuerpolitik, Bundes- und Europaangelegenheiten im sächsischen Finanzministerium, von Oktober 2003 bis Juni 2008 Bevollmächtigter des Freistaates Sachsen beim Bund und zugleich Dienststellenleiter. Im Juni 2008 wurde Wilhelm Amtschef im Innenministerium, seit Oktober 2008 ist er dort Staatssekretär.

Sachsen sieht sich im Bundesvergleich beim E-Government vorne und weist in der Erklärung zur Berufung von Wilhelm darauf hin, dass Sachsen als erstes Bundesland ein E-Government-Gesetz in Kraft gesetzt hat, das zusammen mit der Strategie für IT und E-Government den rechtlich-strategischen Rahmen für die Ausgestaltung der Verwaltung im Land vorgibt.

"Bürger und Unternehmen erwarten moderne Kommunikationswege zu den Behörden - zu Recht. Durch den gezielten Einsatz moderner IT können die Verwaltungswege kürzer und die Verfahren schneller werden", sagte Wilhelm nach seiner Berufung.

Leitbild zur elektronischen Verwaltung

Nach dem Leitbild zur elektronischen Verwaltung des Landes Sachsen sollen:

• die Arbeit von Regierung und Verwaltung transparenter werden,

• Bürger und Unternehmen ihre Anliegen vollständig elektronisch abwickeln können, ohne dass diejenigen ausgeschlossen sind, die IT nicht nutzen,

• Verwaltungsabläufe durchgängig elektronisch bearbeitet werden, Informationssicherheit und Datenschutz gewährleistet sein.

Als Arbeitsschwerpunkte der nächsten Zeit nannte Wilhelm die Einführung eines elektronischen Antragsmanagements sowie den Ausbau der elektronischen Vorgangsbearbeitung und Aktenführung in den Behörden des Landes.