Open-Source- und Linux- Rückblick für KW 19

Cinnamon 1.8 ist ausgegeben

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die Entwickler von Linux Mint haben eine neue große Version des GNOME-Forks Cinnamon zur Verfügung gestellt.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 19. Bei Cinnamon 1.8 ist kein GNOME-Kontrollzentrum mehr notwendig.

Die Entwickler von elementary OS haben eine zweite Beta-Version von Luna zur Verfügung gestellt. Die Multimedia-Umgebung XBMC wurde auf Version 12.2 aktualisiert.

Mit BitTorrent Sync wurde bereits ein Petabyte an Daten übertragen. Philip Newborough hat eine neue Ausgabe der auf Debian basierenden Distribution Crunchbang Linux zur Verfügung gestellt. Das KDE-Team hat KDE SC 4.10 aktualisiert. Neuseeland verbietet Software-Patente per Gesetz.

Cinnamon 1.8

Sieben Monate haben Clement Lefebvre und sein Team an Cinnamon 1.8 gearbeitet. Insgesamt sind 1075 Commits in die aktuelle Version der Desktop-Umgebung eingeflossen. Laut eigenen Angaben hat man sich vor allen Dingen um den Dateimanager Nemo, einem Nautilus-Fork, gekümmert.

Ab sofort lässt sich die Seitenleiste verbergen und es gibt eine kleine Statusleiste bei gewissen Orten, die den verfügbaren Platz anzeigt. Den Bildschirmschoner können Sie nun mit einer Nachricht bestücken und so eventuellen Besuchern eine Nachricht hinterlassen.

Weiterhin ist das GNOME-Kontrollzentrum obsolet. Sämtliche Konfiguration erfolgt nun direkt über die Cinnamon-Einstellungen. Weiterhin gibt es ab sofort Desklets. Unter KDE kennt man diese Extras als Plasmoids und Android nennt sie Widgets.

Derzeit gibt es noch keine Linux-Distribution, die Cinnamon 1.8 anbietet. Auch in den Romeo-Repositories (unstable) von Linux Mint 14 ist Cinnamon 1.8 noch nicht aufgetaucht.

Elementary OS Luna Beta 2

Es handelt sich zwar noch um eine Beta-Version, dennoch kann man schon sehr gut sehen, wohin die Entwickler mit dem auf Ubuntu basierendem Betriebssystem sollen.

Elementary OS ist nicht ein einfacher Abklatsch einer anderen Distribution mit einem separaten Hintergrundbild. Man bemüht sich besonders, das Dock (Plank) und die Taskleiste (Wingpanel) optimal für den Anwender aufzupolieren.

Ab dieser Version bieten die Entwickler auch Unterstützung für UEFI-Installationen an. Mit Midori, Geary, Shotwell und Empathy sind einige kleine aber feine Applikationen per Standard installiert. Sie finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

XBMC 12.2 "Frodo"

XBMC ist eine komplette Multimedia-Lösung und die Entwickler haben Version 12.2 ausgegeben. Es handelt sich hier um eine Wartungs-Version, in der diverse Fehler ausgebessert wurden.

XBMC ist unter Linux, Windows oder Mac OS X einsetzbar. Darüber hinaus gibt es Unterstützung für das Raspberry Pi. Diesbezüglich haben die Entwickler einige Probleme bei der Wiedergabe repariert und es gibt Unterstützung für Software-Codecs. Der kleine Mini-Computer ist in der Lage, Full-HD-Videos abzuspielen und eignet sich gut als Multimediacenter mit XBMC.

Sie finden weitere Informationen zu XBMC 12.2 in der Ankündigung der Entwickler. Sie können die Software aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen.

BitTorrent Sync

Vor wenigen Wochen wurde eine Entwickler-Version von BitTorrent Sync zur Verfügung gestellt. Damit können Sie Daten unabhängig von einem zentralen Server teilen.

Im Blog der Entwickler kann man lesen, dass sich das Tool offensichtlich großer Beliebtheit erfreut. Man sammelt anonyme Statistiken, die bei der Aktualisierungs-Prüfung übertragen werden. Somit konnten die Entwickler feststellen, dass bereits ein Petabyte an Daten mittels BitTorrent Sync übertragen wurden.

Sobald die Software fertig ist, wäre das für Firmen eine interessante Alternative zu Dropbox. Sie brauchen die Daten auf keinen Server auslagern, um diese gemeinsam zu nutzen.

Crunchbang Linux 11 "Waldorf"

Vor ungefähr einer Woche wurde Debian 7.0 "Wheezy" als neue stabile Version gekrönt. Dies ist für den Entwickler von Crunchbang Linux Anlass genug, neue Installations-Medien zur Verfügung zu stellen.

Crunchbang Linux 11 befindet sich schon eine geraume Zeit in der Entwicklung und ist seit einiger Zeit schon gut brauchbar. Die Distribution bringt das Ressourcen-schonende Openbox als Desktop-Umgebung mit sich, macht es Anwender allerdings trotzdem so angenehm wie möglich.

Crunchbang Linux wird gerne von Anwendern mit älterer oder schwächerer Hardware eingesetzt. Diverse Linux-Kenntnisse schaden dennoch nicht, sollte Sie das Debian-Derivat einsetzen wollen.

KDE SC 4.10.3

Es gibt eine Wartungs-Ausgabe für KDE 4.10. Die Entwickler haben insgesamt 75 Fehler ausgebessert. Darunter befinden sich Fixes für Kontact und KWin. Sie finden weitere Informationen zu der Desktop-Umgebung auf der dedizierten Informations-Seite, wo auch der Quellcode zur Verfügung steht.

Binärpakete gibt es im Moment lediglich für OpenMandriva. openSUSE und Kubuntu sind in der Regel auch recht schnell, Wartungs-Version zur Verfügung zu stellen.

Kein Software-Patente mehr in Neuseeland

Neusselands Regierung will Software-Patente komplett abschaffen. In einer Umfrage, bei der 1000 IT-Mitarbeiter teilnahmen, begrüßen 94 Prozent der Befragten diesen Schritt.

Es würde Innovation vorantreiben und man müsse bei Verbesserungen eigener Software keine Angst mehr haben, dass diese durch Patente bedroht sind, auch wenn die Änderungen offensichtlich sind.

Die Regelung gelte nicht für Erfindungen wie zum Beispiel Kameras oder Waschmaschinen, sondern lediglich für die darauf laufende Software. (mhr)

Video: Der Ubuntu-Desktop (Unity)