Intel-Forschungszentrum

Chips der Zukunft aus Braunschweig

21.09.2010
Seit zehn Jahren entwickelt Intel Chip-Technologie am Standort Braunschweig. Die Amerikaner schätzen zunehmend die deutsche Ingenieursarbeit.

Insgesamt 120 Ingenieure aus aller Welt arbeiten in Braunschweig am Forschungs- und Entwicklungszentrum des amerikanischen Chip-Konzerns Intel. Hier entstehen die Bausteine für die Computer-Prozessoren der Zukunft. Immer schneller, leistungsfähiger und sicherer sollen sie werden, dabei sollen sie zugleich viel Strom sparen. Die Braunschweiger Entwickler arbeiten dafür online mit Intel-Spezialisten vor allem in den USA und Indien zusammen. Nun feierte der Konzern das 10-jährige Jubiläum seines Standortes.

In Braunschweig ist inzwischen das größte von 22 Forschungs- und Entwicklungzentren des Chip-Herstellers in Europa. In den zehn Jahren seines Bestehens investierte Intel hier rund 100 Millionen Euro. Seit fünf Jahren entwickeln die Ingenieure dort neben optischen Kommunikationslösungen auch maßgeblich Bausteine für die Architektur künftiger Computerprozessoren.

Prozessoren werden immer komplexer, erläutert der Braunschweiger Intel-Forschungsleiter Sebastian Steibl. Noch vor einem Jahrzehnt gab es jeweils einen Prozessorkern auf einem Chip. Für größere Rechenaufgaben wurden viele Computer zusammengeschaltet. Heute werden mehrere Prozessorkerne auf einen einzigen Chip gepackt. Intel bringt in diesem Jahr einen Chip mit acht Kernen heraus. Diese Multikerntechnik hat enorme Vorteile: Es können auf winzigem Raum mehrere Aufgaben parallel bearbeitet werden, das Arbeitstempo ist schneller, der Datentransport sicherer. Zudem wird deutlich weniger Energie verbraucht.

Ende 2009 wurde in Braunschweig ein Forschungs-Chip vorgestellt, auf dem bereits 48 Prozessorkerne integriert sind. Der Chip, so groß wie eine Briefmarke, verbraucht nach Steibls Angaben nur so viel Strom wie zwei normale Haushaltsglühbirnen. Das Braunschweiger Forschungsteam hatte wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung. Der Prototyp wurde nun mehr als 40 Forschungseinrichtungen in aller Welt zur Verfügung gestellt, die Software-Werkzeuge und künftige Anwendungen dafür entwickeln wollen.

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