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Chipdesigner ARM trifft herabgesetzte Erwartungen

15.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das britische Halbleiterunternehmen ARM Holdings Plc. hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 33,3 Millionen Pfund (umgerechnet rund 53 Millionen Euro) umgesetzt. Damit liegen die Einnahmen elf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Beim Vorsteuergewinn verzeichnet das Unternehmen einen Einbruch von 38 Prozent auf acht Millionen Pfund. Mit diesen Zahlen trifft ARM seine kurz vor Bekanntgabe der Ergebnisse herabgesetzte Prognose. Analysten waren ursprünglich von Einnahmen in Höhe von 44,5 Millionen Pfund und einem Gewinn von 16 Millionen Pfund ausgegangen.

Investoren und Marktbeobachter wurden von der Umsatz- und Gewinnwarnung überrascht. In den vergangenen vier Jahren hatte das britische Unternehmen die Erwartungen der Analysten stets erfüllt oder übertroffen. Nach der Warnung fiel der Börsenkurs der ARM-Aktie um 60 Prozent auf einen Wert von 42 Pence.

Dabei bieten die weiteren Geschäftszahlen im Grunde keinen Anlass zur Klage. In den ersten drei Quartalen dieses Geschäftsjahres verdienten die Briten 118,6 Millionen Pfund. Das sind rund zwölf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Vorsteuergewinn wuchs in den Monaten Januar bis September 2002 um neun Prozent auf knapp 40 Millionen Pfund. Trotzdem bleiben die Verantwortlichen vorsichtig. Das schwache Ergebnis im dritten Quartal sei auf die allgemeine Schwäche der IT-Branche zurückzuführen. Viele Partner drosselten ihre Investitionen, was sich auch im Lizenzgeschäft für die ARM-Chips niederschlage. So wurden zwischen Juni und September nur acht neue Lizenzen verkauft. Im zweiten Quartal waren es noch 27. Chips auf Basis von ARM-Designs arbeiten in rund 70 Prozent aller weltweit gebauten Handys und Handhelds. Fast alle großen Chiphersteller fertigen Produkte auf ARM-Grundlage.

Für die nächsten Monate rechnet die ARM-Führung nicht mit einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. So dürfte das Ergebnis des vierten Quartals etwa auf dem Niveau des vorangegangenen Dreimonatszeitraums liegen. Um Kosten zu sparen will das britische Unternehmen rund 10 Prozent seiner knapp 800 Mitarbeiter entlassen. Damit sollen jährlich rund fünf Millionen Pfund eingespart werden. (ba)