US-Bauelemente-Industrie fühlt sich angegriffen:

Chip-Importe aus Japan stören Welthandel

18.02.1983

WASHINGTON (VWD) - Störung des Welthandels von Bauelementen wirft der Verband der US-Halbleiterhersteller (SIA) den japanischen Chip-Produzenten vor. In einer Studie fordert der Verband die Reagan-Administration auf, öffentlich zu erklären, daß sie einen "Angriff auf die US-Bauelemente-Industrie durch gezielte Preisunterbietungen nicht dulden werde".

Als Begründung verwiesen die Amerikaner auf die Regierungsunterstützung, die japanische Produzenten erhalten. Ferner hätten sie ihre Preise bei den 64-K-RAMs gezielt gesenkt, um sich den UF und den Weltmarkt zu erobern. Diese Preissenkung se von der japanischen Regierung koordiniert worden. Allein fünf US-Hersteller hätten im vergangenen Jahr aufgrund der japanischen Konkurrenz 86 Millionen Dollar Verluste hinnehmen müssen, wird in der Studie aufgeführt.

Über die weitere Vorgehensweise sind sich indessen die US-Hersteller noch nicht einig: Während einige formell Anti-Dumping-Klage erheben wollen, sind Industriekreisen zufolge andere zu diesem Schritt noch nicht bereit. Größere Halbleiterunternehmen unterhielten nämlich eigene Werke in Japan, und daher liege es nicht in ihrem Interesse, wenn Maßnahmen gegen japanische Produkte ergriffen werden.

Ein Sprecher des japanischen Ministeriums für Außenhandel und Industrie (Miti) wies dagegen die Vorwürfe als "grundlos" zurück. Zu Einzelheiten wollte er sich jedoch erst äußern, wenn der Inhalt der Studie in Japan bekannt sei. Inoffiziell gab das Ministerium jedoch zu erkennen, daß man die Vorwürfe durchaus ernst nehme.