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Chinesische Hersteller bieten Dell mit Billig-PCs die Stirn

17.08.2004

Der erfolgsverwöhnte Billiganbieter Dell hat in chinesischen PC-Herstellern seine Meister gefunden: Der texanische PC-Hersteller kündigte an, er werde sich wegen der starken Konkurrenz aus dem Niedrigpreissegment in China zurückziehen und nur noch den Highend-Bereich bedienen. Grund sind die aggressiven Preise der einheimischen Wettbewerber. So hatte der Marktführer Lenovo vor zwei Wochen damit begonnen, der Bevölkerung in ländlichen Gegenden Billigrechner anzubieten. Der Preis der größtenteils mit AMD-Prozessoren und ohne Microsoft-Betriebssystem ausgestatteten PCs beginnt bei umgerechnet 360 Dollar – bislang waren die günstigsten Computer von Lenovo für knapp über 600 Dollar zu haben (Computerwoche.de berichtete). Dell wiederum verkauft in China nur PC's mit Intel-CPU's und Windows-Betriebssystem.

Wegen des Rückzugs aus dem Niedrigpreissegment reduzierte Dell nun das diesjährige Verkaufsziel für seinen weltweit viertgrößten PC-Absatzmarkt: Das Unternehmen rechnet jetzt im Reich der Mitte eher mit einem doppelt so starken Wachstum wie der Gesamtmarkt, bislang hatte Dell einen dreimal so starken Zuwachs angepeilt. Außerdem befürchten die Texaner, ihre Position als drittgrößter PC-Anbieter in China über kurz oder lang an den einheimischen Wettbewerber Tongfang abgeben zu müssen. Laut IDC-Schätzung lag Dell im ersten Quartal 2004 mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent hinter Founder Tech (zehn Prozent) und Lenovo (25 Prozent) auf dritter Position vor Tongfang. (mb)