Chinesen sagen niemals nie

Jürgen Mauerer betreibt als freier Journalist ein Redaktionsbüro in München.
Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität gefährden häufig den Projekterfolg.

Andere Länder haben nicht nur andere Sitten, sondern auch andere Wertvorstellungen oder Kommunikations- und Führungsstile - der Raum für Missverständnisse ist groß. Dies gilt vor allem, wenn Europäer in Länder des asiatischen Kulturkreises geschickt werden. Zum Beispiel Guido Stephan, der mittlerweile seit drei Jahren für die Siemens-Sparte A&D (Automation and Drives) in Peking als General Manager für das OEM-Geschäft (Original Equipment Manufacturer) zuständig ist. Der studierte Maschinenbauer kümmert sich hier um den Vertrieb von speziellen Anlagen und Maschinen für die Automatisierungstechnik.

„Mir fällt es auch jetzt nach drei Jahren noch schwer zu erkennen, was meine chinesischen Kollegen genau meinen, da man nie eine direkte Antwort erhält, speziell wenn es um eine negative Antwort geht. Sie sagen zwar ,Yes‘, ich weiß aber nicht, ob sie damit ,I understood‘ oder ,I agree‘ meinen. Man weiß oft nicht genau, woran man ist. Möglicherweise haben sie aber auch überhaupt nichts verstanden. Ein chinesischer Kollege wird niemals das Wort ,No‘ verwenden“, so Guido Stephan, der im Alter von 33 Jahren nach Peking wechselte.

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