Machtwechsel

Chinese wird 3Com-CEO

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Das Billiglohnland China gewinnt für 3Com immer mehr an Bedeutung. So soll der neue CEO Robert Mao den Netzausrüster von China aus leiten.

Mao ersetzt Edgar Masri, der 3Com nach weniger als zwei Jahren an der Spitze verlässt. Gleichzeitig kehrt der ehemalige langjährige Topmanager Ron Sege zurück, um das Amt des President und Chief Operating Officer (COO) zu bekleiden.

Wie das Unternehmen aus Marlboro, Massachusetts, bekannt gab, soll die Ernennung von Mao dazu beitragen, das wachsende und profitable Geschäft des früheren Joint-Ventures mit Huawei, H3C, in China voranzutreiben. Der 64-Jährige leitete zwischen 1997 und 2006 die Geschäfte von Nortel Networks im Großraum China. Bei 3Com war er bis vor kurzem als Executive Vice President Corporate Development tätig. Während Mao in China sitzt, kümmert sich Sege von den USA aus um das übrige Geschäft. Insbesondere soll der 51-Jährige die Positionierung der von H3C entwickelten Produkte auf dem Weltmarkt vorantreiben und Service und Support für Partner und Kunden sicherstellen. Sege war von 1989 bis 1998 für 3Com tätig, zuletzt als Executive Vice President der Sparte Global Systems. Bis vor kurzem arbeitete er als CEO von Tropos Networks, einem Anbieter von WLAN-Equipment.

3Com-CEO Robert Mao soll die Entwicklung und Fertigung in China vorantreiben.
3Com-CEO Robert Mao soll die Entwicklung und Fertigung in China vorantreiben.

Mit dem Ethernet und Bob Metcalfe groß geworden, war 3Com lange Zeit eine feste Größe im Netzwerkgeschäft. Egal ob LAN oder Enterprise Network, an den Netzkarten, Switches sowie Routern der Company führte bei IT-Projekten in der Regel kein Weg vorbei, und die CoreBuilder des Unternehmens genossen fast einen legendären Ruf. Mit dem Zerplatzen der Dotcom-Blase begann dann das große Jammern: Unternehmensteile wurden verkauft, Produktlinien eingestampft, und die Umsätze brachen ein. Gleichzeitig gründete 3Com zusammen mit dem chinesischen Netzausrüster Huawei das Joint-Venture H3C, um in China Produkte sowohl für den Heimat- wie auch den Weltmarkt zu entwickeln und herzustellen. Ende 2006 bekam 3Com dann Oberwasser und zahlte Huawei aus dem Joint-Venture aus. Trotz der günstigen Fertigung gelang es dem Hersteller aber nicht einmal annähernd, zu seiner früheren Größe zurückzukehren. Im September 2007 stimmte 3Com dann überraschend einer Übernahme durch den Finanzinvestor Bain Capital und dem ehemaligen Joint-Venture-Partner Huawei zu. Die Transaktion sollte in bar erfolgen und ein Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Dollar aufweisen. Letztendlich machten US-Behörden 3Com einen Strich durch die Rechnung. Nachdem sie im Februar aus Gründen der nationalen Sicherheit Bedenken gegen die im Zuge der Übernahme vorgesehene Beteiligung einer chinesischen Firma geäußert hatten, konnten sich Bain und 3Com nicht auf eine andere Variante der Übernahme einigen und der Deal mit Bain Capital und Huawei platzte.

Während der Gesamtzustand von 3Com nicht so rosig scheint, gibt sich DACH-Chef Jörg Kracke optimistisch. Näheres lesen Sie in dem aktuellen CW-Bericht "Modular zurück zu alter Stärke". (mb)