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Chinas IT-Branche will von Indien lernen

12.04.2006
TCS-Chef Ramadorai stößt bei seinem Besuch in China auf großes Interesse.

Die chinesische IT-Branche orientiert sich bei ihrer Wachstumsstrategie an Indien. Diese Einschätzung vertritt zumindest der CEO des indischen IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS), S. Ramadorai. Bei seinem Besuch in den drei großen chinesischen High-Tech-Regionen sei er auf ein enormes Interesse an einer Zusammenarbeit mit indischen IT-Firmen gestoßen: "Überall heißt es: Wir wollen von euch lernen, ihr seid die besten. Helft uns, ein globaler Player zu werden."

Ramadorai erklärte, er sehe viel Potenzial in einer Zusammenarbeit mit China. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass das Land seinen IT-Markt auch wirklich öffne. Es dürfe nicht passieren, dass China die Welt mit seinen Produkten überschwemme, sich den Waren und Dienstleistungen aus anderen Ländern dagegen verschließe - wie es etwa Japan in den Achtziger Jahren praktiziert habe.

Nach Ansicht des Firmenchefs ist das Wachstum der indischen Wirtschaft zum Großteil auf die starke Binnennachfrage zurückzuführen. Vor allem die Dienstleistungsbranche des Subkontinents verzeichne derzeit Steigerungsraten zwischen acht bis zehn Prozent. Treibende Kraft sei dabei das Geschäft mit Software und IT-Services. Die Zahl der hier Beschäftigten werde bis 2010 auf 2,6 Millionen ansteigen.

Auf den Vorwurf, Indien nehme den Industrienationen Arbeitsplätze weg, erwiderte Ramadorai, dass Indien in anderen Branchen - etwa in der Stahlverarbeitung - dasselbe Schicksal erleide. Arbeitsplatzverluste seien angesichts der zunehmenden Serviceorientierung vieler Industriezweige unausweichlich. (sp)