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Chinas Internet-Boom lässt nach

18.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zahl der Internet-Nutzer in China ist seit Anfang des Jahres nur leicht angestiegen. Einem Bericht des China Internet Network Information Centers (CNNIC) zufolge, gab es im Juni 26,5 Millionen Surfer in China. Während das Ergebnis im Vergleich zum Juni 2000 eine Steigerung von 57 Prozent bedeutet, fällt der Zuwachs seit Jahresbeginn mit nur vier Millionen eher gering aus.

Möglicher Grund sind die starken Einschränkungen beim Surfen. Chinas Staatschef Jiang Zemin hatte Anfang Januar strengere Kontrollen für das WWW angekündigt. Die Regierung hatte bereits im November 2000 die Verbreitung von Nachrichten im Internet stark reglementiert (Computerwoche online berichtete).

Die Zahl der mit dem WWW verbundenen PCs in China weicht deutlich von der Nutzerzahl ab. So stieg die Anzahl der Web-tauglichen Endgeräte von 8,9 auf knapp über 10 Millionen. Außerdem scheint sich das Surfen im Land der aufgehenden Sonne vom Hobby einer reichen Bildungselite zum Volksvergnügen zu entwickeln. Obwohl noch immer über ein Drittel der Internet-Nutzer mindestens einen College-Abschluss besitzen, sank die Durchschnittsbildung der Surfer im Vergleich zum Vorjahresergebnis. Ferner verfügen weniger als die Hälfte der Surfer über maximal 1.000 Renminbi (275 Mark) im Monat. Auch der Frauenanteil stieg von rund einem Viertel auf 38,7 Prozent aller Internet-Nutzer.