Restrukturierung der TK-Branche

China macht den Weg frei für 3G

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Die chinesische Regierung hat einen Umbau der TK-Branche beschlossen und macht damit den Weg frei für die Erteilung von Lizenzen für den Mobilfunk der dritten Generation (3G, auch UMTS).

Die entsprechenden Pläne wurden am Wochenende nach jahrelanger Vorbereitung vom neu gegründeten Ministerium für die Informationsindustrie, der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission sowie dem Finanzministerium gemeinsam veröffentlicht. Aus sechs bislang ausschließlich auf entweder Festnetz oder Mobilfunk beschränkten Netzbetreibern sollen drei neue Full-Service-Anbieter entstehen. Nach Abschluss der Restrukturierung sollen dann 3G-Lizenzen erteilt werden; viele Ausrüster wie Huawei oder Alcatel-Lucent und Ericsson wittern bereits Morgenluft.

Der Festnetzriese China Telecommunications (China Telecom) übernimmt das CDMA-Mobilfunknetz von China United Telecommunications (China Unicom) und außerdem den Satellitenbetreiber China Satcom. Die Herauslösung des CDMA-Netzes von China Unicom dürfte eine der größten Hürden des Vorhabens darstellen.

China Unicom behält sein GSM-Netz und fusioniert mit dem Festnetzanbieter China Network Communications (China Netcom).

Der noch größte Mobilfunkanbieter China Mobile Communications schließlich verschmilzt mit China Tietong Telecommunication, das ein landesweites Festnetz betreibt.

Viele Fragen bleiben vorerst aber noch offen. Dazu gehört neben der Dauer der geplanten Restrukturierung unter anderem die Frage, welche 3G-Standards China ausrollen wird. Die Regierung hat sich bislang vor allem hinter die in China entwickelte Technik TD-SCDMA gestellt. Die meisten Tests damit hatte China Mobile durchgeführt. Branchenkenner erwarten daher, dass es diese Technik auch zukünftig verwendet. Was die internationaleren Konkurrenzstandards WCDMA und CDMA2000 betrifft (von denen ausländische Ausrüster besonders profitieren könnten), ist deren Verwendung noch ungeklärt.