Gartner

China drückt das Wachstum im weltweiten Smartphone-Markt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat aktuelle Zahlen zum weltweiten Smartphone-Markt veröffentlicht.

Die Verkäufe hätten im zweiten Quartal 2015 das schwächste Wachstum seit 2013 aufgewiesen, schreibt Gartner: 330 Millionen Smartphones seient von April bis Juni an Endkunden verkauft worden, das sind 13,5 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitaum. Das regional stärkste Wachstum maßen die Auguren in Emerging Asia-Pacific (ausdrücklich ohne China), Osteuropa sowie Nahost und Afrika. In China seien die Smartphone-Verkäufe erstmals im Jahresvergleich rückäufig gewesen, und zwar um vier Prozent.

Foto: Gartner

"China ist mit 30 Prozent der gesamten Smartphone-Verkäufe im zweiten Quartal 2015 der größte Markt. Seine schwache Performance hat den Mobiltelefonmarkt insgesamt in Mitleidenschaft gezogen", kommentiert Gartner-Analyst Anshul Gupta. "China ist inzwischen gesättigt - den Telefonmarkt treiben vornehmlich Austauschkäufe, es gibt weniger Erstkäufer. Jenseits des Lower-End-Segments kommt es für die Hersteller jetzt darauf an, wie ihre Premium-Smartphones ankommen, wenn sie Upgrades gewinnen und ihre Marktanteile in China halten oder steigern wollen."

Auf Seiten der Hersteller litt Gesamtmarktführer Samsung trotz seiner neuen "S6"-Modelle weiter unter der Herausforderung durch Apples größere iPhone-Modelle. Die Südkoreaner büßten gegenüber dem zweiten Quartal 2014 4,3 Prozent Marktanteil und 5,3 Prozent verkaufte Stückzahlen ein. Das innerhalb der Top 5 stärkste relative Wachstum legte der chinesische Ingenieurskonzern Huawei, der seine Verkäufe dank starker Auslandsgeschäfte und 4G-Nachfrage in China um 46,3 Prozent steigerte.

Der Zweitplatzierte Apple verkaufte im zweiten Quartal 2015 36 Prozent mehr iPhones als ein Jahr zuvor und erhöhte damit seinen Market Share um 2,4 Prozentpunkte. Apple verzeichnete laut Gartner sowohl in Emerging als auch reifen Märkten starke Austauschkäufe. In China klappte das noch besser als anderswo - im "Reich der Mitte" verkaufte Apple im 2Q15 11,9 Millionen iPhones, 68 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Bei den Betriebssystemen zeigt sich weiter das mittlerweile gewohnte Duopol von Android, das aufgrund der Marktschwäche in China geringfügig auf 82,2 Prozent Marktanteil verlor, vor iOS mit aktuell 14,6 Prozent Market Share (vom Profit im Markt schöpft Cupertino allerdings deutlich mehr ab). Für Windows ging es weiter abwärts auf 2,5 Prozent. "Angesichts der jüngsten Einschnitte im mobilen Hardware-Business warten wir auf Zeichen eines langfristigen Commitments zum Smartphone-Markt", sagt Analyst Gupta. Blackberry kommt noch auf 0,3 Prozent Anteil am Markt für Smartphone-Plattformen.