Checkliste: Wie industrialisiert ist Ihre IT?

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
In Kooperation mit Comit Sysko und der Hochschule St. Gallen bietet die COMPUTERWOCHE eine Online-Checkliste an.

Auf welche Weise ermitteln Sie die Marktpreise für Ihre IT-Produkte? Wie fließen Lebenszyklus-Aspekte in Ihre Produktplanung und -entwicklung ein? Inwieweit sind Ihre IT-Leistungen standardisiert, modularisiert und automatisiert? Das sind nur drei Fragen aus einer 26 Punkte umfassenden Checkliste, mit der die Nutzer von www.computerwoche.de ab sofort überprüfen können, welchen Industrialisierungsgrad ihre Informationstechnik erreicht hat.

Direkt zur Checkliste geht es hier

Eine der großen Herausforderungen für den CIO

So definiert die Universität St. Gallen die neuen Wertschöpfungsketten im Rahmen einer industrialisierten IT.
So definiert die Universität St. Gallen die neuen Wertschöpfungsketten im Rahmen einer industrialisierten IT.

Die IT-Industrialisierung zählt zu den großen Herausforderungen, denen sich CIOs moderner Prägung stellen müssen: Die vom Business erwartete Innovationsfähigkeit der IT verlangt auf der anderen Seite nach einer hohen Betriebseffizienz. Dazu gehören Standardisierung, Modularisierung, Qulitätsorientierung und kontinuierliche Verbesserung sowie Beschränkung auf die Kernkompetenzen (siehe auch die COMPUTERWOCHE-Serie "IT-Industrialisierung")

In der Praxis findet die Industrialisierung ihren Niederschlag beispielsweise in der Definition von IT-Produkten, dem Management von Anwendungs-Portfolios und -Lebenszyklen sowie einer systematischen Kunden- und Nutzenorientierung.

Kundenorientierung kommt häufig zu kurz

Die häufig mit dem Begriff "IT-Factory" bezeichnete Industrialisierung des IT-Betriebs ist nur eine Seite der Medaille, so Dirk Hoppen, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Comit Sysko GmbH, Gütersloh: "Rentabilität und Prozesseffizienz müssen durch Anwenderorientierung ergänzt werden, denn entscheidend ist, welche Qualität die Anwender letztendlich an ihrem Arbeitsplatz erhalten." Dieser Aspekt werde bei der Diskussion um die IT-Industrialisierung häufig vernachlässigt.

Die IT-Factory an sich sei schließlich ein idealer Kandidat für das Outsourcing, erinnert Hoppen. Je besser die einzelnen IT-Module industrialisiert seien, desto leichter ließen sie sich auslagern. Der CIO habe dann die Aufgabe, zwischen der Factory und den Anwendern zu vermitteln.

Für eine erste Bestandsaufnahme

Inwieweit eine IT-Abteilung die unterschiedlichen Aspekte der IT-Industrialisierung bereits verinnerlicht hat, lässt sich mit gezielten Fragen eruieren – beispielsweise durch den "Quickcheck", den die COMPUTERWOCHE auf ihrer Homepage anbietet - unter www.computerwoche.de/industrialisierung. Der dafür verwendete Fragebogen wurde von Comit Sysko in Zusammenarbeit mit dem "Competence Center Industrialisierung im Informationsmanagement" (CCIIM) des Instituts für Wirtschaftinformatik an der Universität St. Gallen entwickelt. Wie Hoppen betont, dient die Checkliste den Comit-Sysko-Beratern als Consulting-Werkzeug. Dass er es den COMPUTERWOCHE-Nutzern unentgeltlich zur Verfügung stellt, begründet Hoppen damit, dass er Bewusstsein für ein neues Thema wecken wolle: "Dazu muss man wohl erst einmal ein bisschen Wissen preisgeben."

Interessierte Nutzer können das leicht bedienbare Tool verwenden, um den Grad ihrer Industrialisierung einer ersten Bestandsaufnahme zu unterziehen – und eventuellen Nachbesserungsbedarf festzustellen. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine kurze Registrierung mit einer gültigen E-Mail-Adresse, an die dann ein Passwort verschickt wird. Der Test lässt sich – die notwendigen Kenntnisse vorausgesetzt – in einer Viertelstunde absolvieren.

Grobe Handlungsanweisungen inklusive

Für jede der 26 Fragen stehen fünf Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Wer sich bis zum Ende durchklickt, erhält eine nach sechs Aspekten gegliederte Auswertung in Form eines Balkendiagramms. So sieht der oder die IT-Verantwortliche mit einem Blick, auf welchem Gebiet die IT-Industrialisierung in seinem Unternehmen noch zu wünschen übrig lässt – sei es bei der

  • Nutzenorientierung,

  • Produktorientierung,

  • Anwenderorientierung,

  • Kunden-/Marktorientierung,

  • Output-Orientierung oder

  • Maximierung der Produktionseffizienz.

An die grafische Auswertung schließen sich generische Handlungsempfehlung an. Weitergehenden – also individuellen – Beratungsbedarf befriedigt Comit Sysko gern gegen Entgelt. (qua)