Facebooks 10-Jahres-Plan

Chatbots erobern den Facebook Messenger

13.04.2016
Auf der Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook eine Roadmap für die nächsten zehn Jahre vorgestellt. Neben einer Open-Source-Plattform für das Erstellen von 360-Grad-Videos ist auch eine Neuerung für den Facebook Messenger darunter: Chatbots sollen darin künftig Service-Aufgaben erledigen und Nutzern bei der Kaufabwicklung beratend zur Seite stehen.
Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg
Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg
Foto: IDGNS

Facebook hat sich über die Jahre vom kleinen Nischenprodukt zum Schwergewicht im Silicon Valley gemausert und ist mittlerweile weit mehr als nur der weltgrößte Social-Network-Betreiber. Seinen Status hat das Unternehmen am ersten Tag der jährlich ausgetragenen Entwicklerkonferenz F8 zementiert, mit seinem dort präsentierten Zehnjahresplan zeigt sich Facebook mindestens so ambitioniert wie Google. Wie auch die Konkurrenz plant der Konzern, Entwicklern in Zukunft zahlreiche frei nutzbare Werkzeuge in die Hand zu geben.

Dazu zählt zum einen die Schnittstelle für den in diesem Jahr gestarteten Echtzeit-Videobroadcast und damit direkten Herausforderer von Periscope, Facebook Live. Sie kann nun von Entwicklern kostenfrei genutzt und in ihre eigenen Apps eingebaut werden. Zum anderen hat Facebook mit Facebook Surround 360 eine neue Plattform vorgestellt, die das Stitching - also das Zusammenführen mehrerer Einzelbilder zu einem Panorama - von 360-Grad-Videos für Virtual-Reality-Brillen wie der hauseigenen Oculus Rift übernimmt. Neben der Software, deren Code im Sommer auf dem Entwicklernetzwerk Github zur Verfügung gestellt werden soll, hat Facebook auch die passende Aufnahme-Hardware präsentiert: Die Facebook 360 genannte, tellerförmige Rundum-Kamera setzt sich aus 17 Kameras zusammen und kann Videos in 3D drehen. Auch der Bauplan für die Facebook 360 soll frei einsehbar sein, Interessenten können sich das Kamerasystem also nachbauen. Facebook selbst will nicht als Hardware-Hersteller auftreten.

Facebook Messenger: Chatbots übernehmen die Kaufberatung

Größere Änderungen stehen auch beim Facebook Messenger an. Das nach eigener Aussage von 900 Millionen genutzte Chat-Programm soll künftig von Dienstleistern für den Kundenkontakt genutzt werden können. Entsprechende Pläne hat Facebook schon vor einem Jahr verkündet, jetzt wurden weitere Details bekannt gegeben. Ähnlich wie es schon bei WhatsApp möglich ist, soll auch der Facebook Messenger Nachrichten-Abonnements an Interessenten verschicken, darüber hinaus aber auch für Service-Anfragen bei einem Kundendienst oder gar für die Kaufabwicklung bei einem Händler genutzt werden. Eine zentrale Rolle dabei spielen die Chatbots, also virtuelle und von einer künstlichen Intelligenz gesteuerte Servicekräfte, die bei einer Bestellung oder Buchung auch die Vorlieben der Nutzer direkt einbeziehen können.

Whitepaper: Social Networks einführen in 5 Schritten

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Wie "kostenlos" beispielsweise die Nutzung von Facebook Surround 360 am Ende sein wird, muss sich noch zeigen. Wie sich erst mit dem Release der Consumer-Version der VR-Brille Oculus Rift zeigte, gesteht sich das Unternehmen umfangreiche Rechte an für die Oculus-Plattform entwickelte Software ein: Entwickler zahlen zwar nicht mit ihrem Geld, Facebook gesteht sich aber die weitere Lizenzierung und Verbreitung der von ihnen erstellten Inhalte zu.

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