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CES: Sony stellt Heimnetzwerk-Technik und neue Geräte vor

10.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Breitbandzeitalter wird der Fernseher wieder mehr in das Zentrum des Home-Entertainments rücken, glaubt Sony-Präsident Kunitake Ando. In seiner Keynote auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präzisierte er seine Vision. Demnach werden Fernseher in Zukunft auf einem mit Linux betriebenen Rechner basieren und permanent mit anderen Geräten wie zum Beispiel einem PC verbunden sein. Der dient als Content-Server und liefert Multimedia-Inhalte wie Fotos oder MPEG-Videos an den Fernseher. Außerdem soll sich auf PCs gespeicherte Musik über ebenfalls vernetzte Stereoanlagen abspielen lassen. Mittels einer von Sony "RoomLink" genannten Technik sollen Anwender alle Geräte über eine einzige Fernbedienung ansteuern können. Erste RoomLink-Fernseher und -Rechner hat der Hersteller am Mittwoch für den US-Markt angekündigt.

CoCoon - Linux im Home-Entertainment

In Japan bringt Sony unter der Bezeichnung "CoCoon" eine Linux-basierende Set-top-Box heraus. Neben dem integrierten Betriebssystem vom Linux-Anbieter Montavista ist das Gerät mit einer Festplatte sowie Breitband-Netzanschluss ausgestattet und soll es Anwendern ermöglichen, während des TV-Betriebs Musik und Filme aus dem Internet zu laden. CoCoon lässt sich mittels Fernbedienung, über einen vernetzten PC oder via Handy steuern. Um Technologien wie RoomLink und CoCoon zum Durchbruch zu verhelfen, sei es notwendig, dass sich die Hersteller auf einheitliche Standards einigen, sagte Ando. Sollte das nicht gelingen, werde die Industrie nicht vom Breitbandgeschäft profitieren können.

Neue Memory Sticks

Außerdem hat Sony auf der CES den neu entwickelten "Memory Stick Pro" vorgestellt. Er kommt voraussichtlich Mitte 2003 auf den Markt. Mit einer Kapazität von einem Gigabyte soll das Speichermedium rund 880 Dollar kosten. Eine Variante mit 265 Megabyte wird es laut Hersteller für 190 Dollar geben. Die neuen Memory Sticks lassen sich nicht mit alten Lesegeräten ansteuern. Lediglich Memory-Stick-Pro taugliche Geräte können mit den herkömmlichen Speichermedien umgehen. Voll kompatibel zum alten Memory Stick ist hingegen "Memory Stick Select". In dem Speichermedium hat Sony zwei gewöhnliche 128-Megabyte-Memory-Sticks integriert, die sich separat über eine Schalter ansteuern lassen. Die Select-Version ist voraussichtlich ab April in Deutschland erhältlich. Für extrem kleine Geräte wie Mini-MP3-Player oder Handys will der Hersteller den "Memory Stick Duo" auf den Markt bringen, der allerdings eine andere Schnittstelle als der größere Memory

Stick voraussetzt. Der kleine Bruder des Speichermediums soll in den USA ab Mitte des Jahres erhältlich sein.

Clié NZ90

Ebenfalls neu ist der PDA (Personal Digital Assistant) "Clié NZ90". Der Westentaschenrechner wird mit Palm-OS 5 betrieben und bietet ein klapp- sowie schwenkbares Farbdisplay mit einer Auflösung von 320 x 480 Bildpunkten. Integriert ist eine Digitalkamera mit einer Auflösung von zwei Megapixeln und zweifachem digitalem Zoom. Bilder in Auflösungen von bis zu 1600 mal 1200 Bildpunkten lassen sich über die entsprechende Schnittstelle direkt auf Memory Sticks abspeichern. Mit anderen Geräten kommuniziert der Clié via Bluetooth oder Infrarot-Schnittstelle. Außerdem lässt sich eine WLAN-Steckkarte nachrüsten (Wireless LAN 802.11b). Weitere Ausrüstungsmerkmale sind eine 200-Megahertz-CPU ("PXA250" von Intel), 16 Megabyte RAM, 16 Megabyte ROM und eine ins Gehäuse integrierte Tastatur. Zur Softwareausstattung zählen unter anderem ein MP3-Player, eine Anwendung zum Aufnehmen und Abspielen von MPEG-Videos sowie Sprachaufzeichnung. Bei

durschnittlicher Nutzung soll der Akku zehn Tage durchhalten. Das rund 300 Gramm schwere, 7,6 mal 15 Zentimeter große und 2,2 Zentimeter dicke Gerät kostet in den USA 800 Dollar. Ein zusätzliches Akku-Pack ist für 80 Dollar zu haben, eine WLAN-Karte schlägt mit 150 Dollar zu Buche. (lex)