O-Töne von der Eröffnung des CeBIT-Karrierezentrums

CeBIT: "Wir müssen die IT sexy machen!"

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Der IT-Fachkräftemangel und Maßnahmen für den Weg aus der Misere waren Thema zum Auftakt des Job- und Karrierezentrums der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT.

"Mit einer Arbeitslosenquote von nur rund zwei Prozent, haben wir haben derzeit Vollbeschäftigung in der IT-Branche", erklärte Bitkom-Sprecher Thomas Mosch auf der Eröffnung des Job- und Karriereforums der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT 2008. So gäbe es rund18.000 freie Stellen im Bereich Softwareentwicklung und IT-Services. Aber auch die Fachabteilungen suchen IT-Experten - laut Mosch sind dies zur Zeit 25.000.

"Die Fachabteilungen klauen den IT-Abteilungen die IT-Experten", bestätigte Oliver Tuszik, Mitglied des Vorstandes bei Computacenter, die prekäre Lage, dass inzwischen die internen Abteilungen eines Unternehmens zu Konkurrenten um die Fachkräfte geworden sind. Da viele Berufsbilder immer komplexer werden und die IT auch aus Bereichen wie etwa Marketing und Vertrieb nicht mehr wegzudenken sind, entstehen zunehmend neue Stellenprofile in anderen Abteilungen, die auch IT-Kenntnisse umfassen.

IT-Branche braucht besseres Image

Doch woher die IT-Profis nehmen, wenn nicht stehlen? Von den Universitäten kommen nicht genug Nachwuchskräfte: 2007 beendeten nur 28.360 Studenten ihr Informatikstudium, das sind fünf Prozent weniger als noch im Jahr davor. Wie also kann man mehr junge Leute für ein Informatikstudium begeistern? "Wir müssen unseren Berufsstand sexy machen", so Tuszik weiter. "Und zwar nicht nur, wenn die Konjunktur gut ist, sondern langfristig." Es gehe darum, das Image der IT-Branche zu verbessern. Laut Tuszik müsse man den Studenten klar machen, dass die Branche Zukunft habe, stabil sei und zu den innovativsten Bereichen in der Welt gehöre.

Elisabeth Heinemann, Professorin im Fachbereich Informatik an der Fachhochschule Worms, plädierte dafür, bereits viel früher an die jungen Menschen heranzutreten. Es gehe darum, bereits in den Schulen Aufklärungsarbeit in Sachen Informatik zu leisten und den Schülern zu vermitteln, wie vielfältig die Einsatzgebiete in der IT sind: vom Programmierer bis zum IT-Berater. Zudem sollten die jungen Menschen früher als bisher darin beraten werden, was gut für ihren persönlichen Lebensweg ist: "Denn von einem unglücklichen, sehr gut ausgebildeten Informatiker haben Sie am Ende auch nichts."

Einig waren sich die Diskutanten, dass weiterhin Programmierer ausgebildet werden müssen, die technische Grundausbildung also nicht zu kurz kommen dürfe. Allerdings müsse auch auf die neuen Anforderungen des Markts eingegangen werden. Unternehmen suchen eben nicht nur Programmierer, sondern vor allem auch Allrounder, die neben der Informatik betriebswirtschaftliches Wissen, Sozialkompetenz und Prozess-Know-how mitbringen. "SOA wird immer mehr Realität. Wir brauchen Leute, die die Prozesse in Unternehmen verstehen", bestätigte Michael Beutner, Chief Technology Officer bei Consol. Gerade in dieser Hinsicht müssten die jungen Informatiker viel früher ausgebildet werden. "Junge Leute müssen generisch lernen, wie Prozesse funktionieren", fügte Heinemann hinzu. Die Professorin kritisierte, dass viele Universitäten derzeit ihre Pfründe sicherten und zu wenig auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts reagierten.

Kontinuierliche Weiterbildung gefordert

Im harten Konkurrenzkampf um die Talente engagieren sich die Firmen inzwischen viel stärker an den Universitäten, um frühzeitig Absolventen für ihr Unternehmen zu gewinnen. Zudem investieren sie verstärkt in interne Aus- und Weiterbildung. "Wir bilden in Deutschland jährlich 600 Mitarbeiter aus", erläuterte Edgar Aschenbrenner, Mitglied der Geschäftsführung bei HP Services. Und auch die kontinierliche Weiterbildung der Mitarbeiter sei Programm bei HP, die in regelmäßigen Zielgesprächen thematisiert und angestoßen werde. "Weiterbildung muss ein ständiger Prozess sein und nicht nur punktuell stattfinden", so Aschenbrenner weiter. Auch das Consulting-Unternehmen Accenture setzt auf interne Weiterbildung. So berichtet Frank Mang, Executive Partner bei Accenture: "Wir haben beispielsweise ein eigenes internes SAP-Ausbildungsprogramm". (ka)

IT-Karrierethemen auf der CeBIT 2008

Wer sich über weitere Themen rund um die IT-Karriere aktuell auf der CeBIT informieren will, der ist im Job- und Karrierezentrum der COMPUTERWOCHE genau richtig.Täglich gibt es hier Vorträge und Podiumsdiskussionen. Besuchen Sie uns in Halle 6, Stand C24. Details zum Programm finden Sie hier: www.computerwoche.de/cebit/karrierezentrum.