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CeBIT: WiFi Alliance veröffentlicht WLAN-Fahrplan

19.03.2004

Noch in diesem Jahr will die WiFi Alliance Interoperabilitätsstandards für die Sprachübertragung im WLAN sowie neue Sicherheitmechanismen definieren.

Äußerst zufrieden zeigte sich Brian Grimm, Direktor der WiFi Alliance, auf der CeBIT mit dem Erfolg der WLAN-Technik. Allein im letzten Quartal 2003 seien rund 9,5 Millionen Geräte verkauft worden. Nachholbedarf sieht der Manager jedoch noch in Bezug auf die Publicity der eigenen Organisation, die als Zusammenschluss mehrerer Hersteller das Interoperabilitätslogo "WiFi certified" vergibt. Während sich diese Bezeichnung in den USA und weiten Teilen Asiens bereits als Synonym für Funk-LANs etabliert habe, sei in Europa noch immer WLAN der gebräuchlichere Begriff. Und dies, obwohl bereits 85 Prozent des verkauften Equipments das WiFi-Logo schmücke.Lediglich Nischenprodukte wie WLAN-Spieleadapter kämen noch ohne das Zertifikat auf den Markt.

Die nächste große Herausforderung sieht die Alliance in der Sprachübermittlung per WLAN. Bereits Ende März soll hierzu eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden, um "Voice over WiFi" zu definieren. In diese Arbeit fließen dann die Beschlüsse der IEEE ein, die zu diesem Zeitpunkt mit dem Standard 802.11e in wesentlichen Zügen die Quality of Services zur Sprachübertragung im Funknetz definiert haben dürfte. Die endgültige Verabschiedung der Multimedia-Erweiterungen wird für Ende 2004 erwartet. Erste Produkte dürften dann Anfang 2005 auf den Markt kommen. Diese beschränken sich aber nicht auf die häufig propagierte WLAN-Telefonie per "Voice over IP over WLAN". Vielmehr sieht die WiFi Alliance ein großes Potenzial auch im Bereich der Consumer Electronic: DVD-Spieler, MP3-Player oder digitale Radioempfänger werden per WLAN vernetzt.

Die zweite große Herausforderung ist in diesem Jahr die Verbesserung der Sicherheit in den Funknetzen. Nachdem mit WPA (WiFi Protected Access) im letzten Jahr ein erster Schritt getan wurde, um die Schwächen des bislang verwendeten WEP (Wired Equivalent Privacy) zu beheben, steht im vierten Quartal die nächste Verbesserung an. Unter der Bezeichnung "WPA2" sollen dann die neuen, von der IEEE im Standard 802.11i definierten Sicherheitsmechanismen übernommen werden. Noch Zukunftsmusik sind dagegen schnellere, standardkonforme WLANs mit Transferraten von über 100 Mbit/s. Mit entsprechenden Geräten kann erst im dritten Quartal 2005 gerechnet werden.

Ferner verstärkt die WiFi Alliance ihr Engagement in Sachen Hotspots. Nach Untersuchungen der Organisation ist nämlich für die meisten WLAN-Kunden die Möglichkeit, unterwegs in den Funkzellen drahtlos zu arbeiten, ein Grund, entsprechende Funkadapter zu kaufen. Um den Reisenden die Hotspot-Suche zu erleichtern, hat die WiFi Alliance nun das "WiFi-Zone Portal Program" ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine XML-basierende Suchmaschine, die interessierte Unternehmen und Medien auf ihren Web-Seiten einbinden können. Die dahinter stehende Datenbank der WiFi Alliance umfasst momentan über 9000 öffentliche Zugangsknoten in rund 60 Ländern. Mit rund 50 Prozent befindet sich das Gros der Lokationen in Europa. Nordamerika folgt mit rund 23 Prozent. (hi)