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CeBIT: Vodafone erwartet schnellen UMTS-Erfolg

18.03.2004

Die dritte Mobilfunkgeneration UMTS ist die Grundlage für weiteres Wachstum im Mobilfunk. Diese These vertrat der Chef der Vodafone D2 GmbH, Jürgen von Kuczkowski, auf der CeBIT in Hannover. Allerdings lassen serienreife UMTS-Handys weiter auf sich warten.

Mit dem Vermarktungsstart der "Mobile Connect Card UMTS" Mitte Februar hat Vodafone als erster der vier deutschen Anbieter das UMTS-Zeitalter eingeläutet. Die Nachfrage nach der Datenkarte ist laut Kuczkowski bisher "enthusiastisch". Alle vom Hersteller gelieferten Adapter würden verkauft, sagte der Vodafone-Manager, ohne jedoch Stückzahlen zu nennen. Eine UMTS-Übertragung mit bis zu 384 Kbit/s sei derzeit in Deutschland in 250 Städten möglich und soll bis Ende 2005 in 2000 Städten und Gemeinden verfügbar sein.

Allerdings wird es Kuczkowski zufolge vorerst bei dem reinen Angebot des UMTS-Datenservice bleiben. Die Infrastruktur sei weiter als die Endgeräte, erklärte er den Stand der Technik. "Die Handys sind noch in keinem Zustand, der es uns erlaubt, sie auf den Markt zu bringen", kritisierte er und fügte hinzu: "Vodafone bleibt da ganz stur. So lange Parameter wie die Zuverlässigkeit oder Akkuleistung nicht stimmen, werden wir die Geräte nicht vermarkten."

Kuczkowski räumte aber auch ein, dass die Handy-Produzenten Fortschritte gemacht hätten. So sei zum Beispiel das Handover der Gespräche vom GSM- auf das UMTS-Netz heute kein Problem mehr. Der Vorstand der deutschen Vodafone rechnet noch im ersten Halbjahr mit ein bis zwei serienreifen UMTS-Telefonen, eine größere Welle an Produkten sei aber erst im Herbst zu erwarten. Die Geräte aus Fernost gewännen zunehmend an Attraktivität und Leistung. Für die bislang dominierenden Hersteller Nokia und Motorola sei es daher sehr schwer, ihre Positionen zu verteidigen.

Auf die Frage, ob Vodafone die UMTS-Investitionen wieder einspielen könne, sagte Kucskowsi: "UMTS wird sich rechnen, und die Durchdringung wird sich schneller vollziehen, als wir heute ahnen." Seiner Meinung nach werde beim Verkauf der UMTS-Telefone der gleiche Effekt wie bei den Kamera-Handys eintreten. Heute enthalte fast jedes der verkauften Produkte eine Kamera. In zwei Jahren werde vermutlich auch jedes vermarktete Mobiltelefon UMTS-fähig sein und kein Kunde mehr ein reines GSM-Gerät nachfragen. (pg)