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CeBIT´99: SCO positioniert Unixware für das RZ

19.03.1999
Freigabe der Data Center Edition

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der steigenden Rechenleistung von Intel-Prozessoren und der bevorstehenden Fertigstellung der IA-64-CPU ("Merced") wird laut Santa Cruz Operation (SCO) Standardhardware verstärkt in die Rechenzentren einziehen. Die kalifornische Company möchte mit der "Unixware 7.1 Data Center Edition" das dazu passende Betriebssystem anbieten.

In Abgrenzung zu den meisten anderen Unix-Anbietern produziert die Santa Cruz Operation (SCO) keine eigene Hardware, sondern entwickelt ihr OS für Intel-Rechner. Auf dieser Plattform reklamiert sie die Marktführerschaft für sich, wobei Linux dabei nicht berücksichtigt ist. Die im Vergleich zu Workstations geringere Leistungsfähigkeit von PCs beschränkte die Systeme "Open Server" und Unixware in der Vergangenheit auf den Einsatz in Abteilungs-Servern. Nun sieht SCO die Zeit gekommen, wo Standardhardware den Sprung in die Rechenzentren großer Unternehmen macht. Die Voraussetzung dafür schaffen neben der mittlerweile stark gestiegene Rechenleistung von Intel-Prozessoren die Enterprise-Features des hauseigenen Betriebssystems.

Die auf der CeBIT angekündigte Data Center Edition von Unixware 7.1 erweitert das bisherige Flaggschiff "Enterprise Edition". Im Unterschied zu letzterer unterstützt sie in SMP-Systemen acht statt vier Prozessoren, kann 64 GB Speicher adressieren (statt 16) und Cluster aus bis zu sechs Rechnern bilden. Der Hersteller reklamiert, daß Server unter dem PC-Unix durchschnittlich erst nach 10 000 Betriebsstunden aufgrund von Softwareproblemen ausfallen. Die Verwaltung des OS kann vollständig über grafische Werkzeuge erfolgen, die innerhalb eines Web-Browsers ablaufen ("Webtop"). Die Aufzeichnung von Systemereignissen erfolgt zentral über eine relationale Datenbank. Eine 150-Benutzerlizenz soll rund 10 000 Dollar kosten.

Den Einzug in die Rechenzentren will SCO in Zusammenarbeit mit Partnern schaffen. Neben der Ende letzten Jahres bekanntgegebenen Kooperation mit IBM setzt der kalifornische Anbieter auf die Unterstützung von Hardwarefirmen. Neben traditionell engen Microsoft-Verbündeten wie Compaq zählen dazu auch solche Hersteller, die bisher eigene Unix-Derivate entwickelten, beispielsweise Sequent oder Unisys.