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CeBIT ´99: IDC prophezeit dem Speichermarkt anhaltendes Wachstum bis 2002

19.03.1999
Zweistellige Zuwächse für SAN- und NAS-Produkte

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Analysten des US-Marktforschungsunternehmens International Data Corp. (IDC) zeichneten auf der CeBIT ´99 ein optimistisches Bild des europäischen Marktes für Speichersysteme. Der zunehmende Speicherbedarf in Windows-NT-Umgebungen und die steigende Akzeptanz von dedizierten Speichernetzen verhälfen den Anbietern bis zum Jahr 2002 zu zweistelligen Zuwächsen.

Betrachtet man die Wachstumsraten im europäischen Speichergeschäft getrennt nach Betriebssystemen, so hat Windows NT einmal mehr die Nase vorn. Claus Egge, Senior Research Analyst bei IDC, rechnet von 1998 bis zum Jahr 2002 mit einem 30prozentigen durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum für NT-basierte Speichersysteme.

Gemessen an der ausgelieferten Speicherkapaziät liegt der entsprechende Wert bei stolzen 114 Prozent. In dieser Hinsicht wachsen andererseits auch die Storage-Anforderungen in Unix-Umgebungen jährlich um knapp 75 Prozent. Selbst die Großrechner-basierten Speicher legen nach den IDC-Berechnungen bis zum Jahr 2002 um 45 Prozent zu. Wegen des Preisverfalls müßten die Anbieter von Mainframe-Storage-Systemen (S/390) gleichwohl jährliche Umsatzrückgänge um fünf Prozent hinnehmen.

Der Einschätzung Egges zufolge trägt die wachsende Akzeptanz von Storage Area Networks (SANs) und Produkten für Network Attached Storage (NAS) entscheidend zum künftigen Wachstum im Speichermarkt bei. Der Analyst rechnet mit jährlichen Umsatzsteigerungen von knapp 60 Prozent für NAS- und 47 Prozent für SAN-Produkte.

Zum größten Anbieter von Storage-Produkten in Europa hat sich Compaq entwickelt. Rechnet man die "Storageworks"-Linie des vergangenes Jahr übernommenen Herstellers Digital Equipment hinzu, setzten die Texaner 1998 insgesamt 1,9 Milliarden Dollar auf dem alten Kontinent um. IBM liegt mit Verkäufen im Wert von 1,2 Milliarden Dollar auf dem zweiten Rang, gefolgt von EMC, das die Milliardenschwelle noch nicht überschreiten konnte. Sun Microsystems und Hewlett-Packard folgen mit jeweils 500 Millionen Dollar auf den Plätzen.

Die großen Gewinner im europäischen Speichergeschäft heißen für Egge Compaq und Dell, die vergangenes Jahr die höchsten Zuwächse verbuchen konnten. Aber auch kleinere Anbieter wie Network Appliance, Ciprico oder Eurologic konnten 1998 gegenüber den etablierten Anbietern Boden gutmachen.