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CeBIT: Tibco baut auf vertikale EAI-Produkte

13.03.2002

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Der Spezialist für Enterprise-Application-Integration (EAI), Tibco Software Inc., hat vier vertikale EAI-Pakete vorgestellt. Laut Hersteller können Firmen so 20 bis 50 Prozent bei der Integration verschiedener Applikationen sparen.

Tibcos Branchenlösungen entstanden aus Kundenprojekten. Die dabei entwickelte Datentransformationslogik und Business-Prozess-Definitionen wurden nun in Produkte gegossen. Grundlage der neuen EAI-Angebote ist Tibcos Plattform "Businessworks".

Mit "Tibco Real-Time Customer Service of Utilities" richtet sich der Hersteller an Unternehmen aus der Energiewirtschaft. Das Produkt entstand in Zusammenarbeit mit dem CRM-Spezialisten Siebel und dem Beratungshaus Accenture. Siebel bietet mit "E-Energy" eine branchenspezifische Software an. Diese lässt sich über das neue Tibco-Produkt mit Call-Center-Anwendungen integrieren. Darüber hinaus stellt das Produkt vorgefertigte Funktionen zur Geschäftsprozess-Integration bereit.

Für Finanzinstitute, die eine Integrationslösung suchen, um über unterschiedliche Systeme hinweg ein Transaktions-Management zu realisieren, hat Tibco "Real-Time Trade Management für Financial Services" auf den Markt gebracht. Dieses Produkt erlaubt die Anbindung unterschiedlicher, im Bankensektor gängiger Backend-Systeme. Nach Angaben des Herstellers suchen Finanzdienstleister nach EAI-Lösungen für die Transaktionsverwaltung, da sie Geldgeschäfte, wie etwa Überweisungen innerhalb eines Tages abschließen zu können.

Während diese beiden Produkte Tibco selbst federführend entwickelt und vermarktet, ging der Hersteller bei zwei weiteren EAI-Lösungen Vertriebspartnerschaften mit den Entwicklungspartnern ein. Die Firma Zettaworks baute ein EAI-System für die Öl- und Gasbranche namens "Zettaworks Operations Advantage for Oil and Gas".

Die EAI-Offerte "Sierra Atlantic PCMnet" entstand bei Sierra Atlantic, wobei Tibco und Agile Software Know-how beisteuerten. Es handelt sich dabei um eine Lösung für die Fertigungsindustrie. Es integriert Software zum Product Chain Management (PCM) mit den ERP-Systemen und anderer Backend-Software. PCM dienen dazu, die gemeinsame Entwicklung von Produkten über verschiedene Unternehmen hinweg effektiver zu gestalten.

Alle Produkte unterstützen laut Tibco auch Web-Services. Der Anbieter betrachtet diese viel beschworene Konzept jedoch eher als Schnittstellentechnik für Konnektivität zwischen Applikationen. Der Grund: Die Technik würde nur eingeschränkte Funktionen zur Definition von Prozesslogik sowie Datentransformation bereitstellen. So seien strukturierte und klar umrissene Aufgaben, wie etwa die Online-Prüfung einer Kreditkarte, durchaus über Web-Services realisierbar, eine komplexere Integration, etwa die Einbindung einer SQL-Datenbank, erforderere indes nach wie vor spezielle Adapter.

Den Einstieg der SAP ins Integrationsgeschäft mit "mySAP.com Technology" sieht Tibco nicht als Gefahr. "SAPs wichtigste Kunden haben auch unsere Produkte im Einsatz", so Erik Hansen, Emea-Chef (Europa, mittlerer Osten und Afrika) des EAI-Anbieters. Er begründet dies damit, dass Firmen lieber auf unabhängige EAI-Hersteller setzen, um sich nicht zu sehr in die Abhängigkeit ihrer Business-Software-Lieferanten zu begeben. Zudem verfüge ein Anwendungsanbieter wie SAP nicht über eine jahrelange Erfahrung im Integrationsgeschäft wie Tibco. (fn)