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CeBIT: Telekomfirmen gehen mit Bündelprodukten auf Kundenfang

07.03.2007
Für die Telefonkunden soll alles ganz einfach werden: Statt vieler Rechnungen für Festnetz, Handy und Internet bekommen die Kunden nun alles aus einer Hand.

"2007 wird das Jahr der Kombiprodukte", sagt Martin Gutberlet vom Marktforschungsunternehmen Gartner. In die Branche ist Bewegung gekommen. So fusionieren etwa mobilcom und freenet.de zu einem Komplettanbieter und die DSL- Spezialisten Arcor und United Internet koppeln Mobilfunkangebote mit ihren schnellen Internetdiensten.

Auch die Deutsche Telekom will von dem Trend profitieren und ihre Produktpalette entschlacken. Kein einfaches Unterfangen: Die Rivalität zwischen der Mobilfunk- und Festnetzsparte blockierte in der Vergangenheit die Entwicklung von Bündelprodukten und sorgte stattdessen für eine unübersichtliche Angebotspalette, an der auch so mancher Telekom-Verkäufer verzweifelte. Die neue Führung um Telekom- Chef René Obermann will den Kunden leicht verständliche Angebote präsentieren. Die Zeit drängt, denn die Wettbewerber haben der Telekom im vergangenen Jahr über zwei Millionen Festnetzkunden abgejagt. Eine Erholung erwartet Obermann nicht vor 2008.

Bei der Einführung neuer Produkte sollten die Unternehmen nicht alte Fehler wiederholen und ihre Kunden mit verschiedensten Angeboten überfordern, raten Experten. "Eine Vielzahl von unterschiedlichen Bündelprodukten kann leicht zu Verwirrung der Kunden führen", sagt Gartner-Analyst Gutberlet. Einfachheit stehe im Vordergrund. Wichtig seien zudem Sparmöglichkeiten: "Der Kunde erwartet Preisabschläge von 20 bis 30 Prozent für Bündelangebote." Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch der Service. Unternehmen müssten sich mit einem guten Kundendienst von Billiganbietern unterscheiden, sagt Philipp Geiger von dem Beratungsunternehmen Solon.

Der Preisverfall auf dem Telekommarkt hat allerdings negative Folgen für die Anbieter. Obwohl die Menschen von Jahr zu Jahr mehr telefonieren, bleibt der Umsatz der Branche stabil. Die Erlöse im Festnetzgeschäft fallen sogar. Um ihre Rentabilität zu verbessern, drücken die Unternehmen daher auf die Kostenbremse. Allen voran die Telekom will bis Ende kommenden Jahres tausende von Arbeitsplätzen streichen. Aber auch viele Mitarbeiter bei Arcor und E-Plus müssen um ihre Jobs bangen.

Innerhalb der Branche steigt nun nach Einschätzung von Experten der Konsolidierungsdruck. "Wir werden in dem gesättigten Markt nun mehr Fusionen und Übernahmen sehen", sagt ein Unternehmensberater. In den vergangenen Monaten veräußerten bereits Tiscali und AOL ihr deutsches DSL-Geschäft an Wettbewerber. "Weitere werden folgen." (dpa/tc)