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CeBIT: Telekom setzt bei Mediengeschäft auf Fußball

07.03.2006
Die Deutsche Telekom setzt beim Einstieg in das Mediengeschäft vor allem auf den Zuschauermagneten Fußball.

Nachdem das Unternehmen erst kürzlich die Internetrechte für die Fußball-Bundesliga ersteigert hatte, kündigte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke am Dienstag vor Beginn der Computermesse CeBIT in Hannover an, 20 Spiele der Fußball-WM live auf das Mobiltelefon zu übertragen. Das Paket umfasst alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie das Endspiel. Die Verträge mit der Vermarktungsgesellschaft Infront wurden bereits unterzeichnet.

Neben den Liveübertragungen werde es in Kooperation mit dem Bezahlsender Premiere Zusammenfassungen von allen 64 Spielen sowie Experten-Runden geben, sagte T-Mobile-Chef Rene Obermann. Fußball nimmt bei dem Bonner Konzern eine wichtige Rolle für die Einführung so genannter "Triple Play"-Angebote ein, also der Bündelung von Internet, Telefonie und Medieninhalten. Ziel der Strategie ist eine Erhöhung des Datenanteils im Mobil- und Festnetz, wovon sich die Gesellschaft höhere Umsätze verspricht.

Hintergrund ist der Preisverfall auf dem deutschen Mobilfunkmarkt - die Preise im Festnetz sind bereits auf einem historischen Tiefpunkt angelangt. Obermann rechnet alleine für dieses Jahr mit einem Rückgang der Tarife um bis zu 20 Prozent. Damit würde der Rückgang über dem Niveau des Vorjahres liegen, als die Preise um rund zehn Prozent nachgaben. Hintergrund für den Preisrutsch ist der Start von Billiganbietern wie Simyo oder debitel light im vergangenen Jahr, woraufhin die Netzbetreiber ihre Tarife zum Teil reduzierten.

Auch T-Com setzt aufs runde Leder

Neben T-Mobile setzt auch T-Com auf Fußball: Ein wichtiger Baustein dafür ist die Errichtung eines Glasfasernetzes für drei Milliarden Euro, mit dem zur Jahresmitte zehn Großstädte versorgt werden sollen. Über das so genannte VDSL-Netz will die Telekom ab der kommenden Saison Begegnungen der Bundesliga übertragen. Allerdings könnten auch schon Spiele der WM über dieses Hochgeschwindigkeitsnetz laufen, wie Ricke sagte. Dies müsste aber über die Rechteinhaber Premiere oder ARD/ZDF geschehen, da die Telekom kein eigenes Angebot plant.

T-Com-Chef Walter Raizner kündigte zusätzliche Investitionen in die Aufrüstung des DSL-Netzes an. Dazu gehört der Einstieg in den Breitbandstandard ADSL2+, mit dem rund vier Mal schnellere Internetzugänge als derzeit möglich sind. Mit der Erweiterung will die Deutsche Telekom die Lücken in ihrem geplanten ultra-schnellen Glasfasernetz schließen. Die Übertragung von Fußballspielen sei über den ADSL2+ allerdings nicht möglich.

Mit den neuen Initiativen baut Europas größter Telekomkonzern sein Medienangebot deutlich aus. Ricke beteuerte, dass das Unternehmen keine Inhalte selbst produzieren wolle. Es kooperiert bereits mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1. (dpa/tc)