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CeBIT: T-Systems startet Mittelstandsoffensive

09.03.2005

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - T-Systems präsentiert sich zur diesjährigen CeBIT erstmals als neue Geschäftskundenmarke der Telekom. Seit dem 1. Januar 2005 arbeiten die bisherigen Einheiten mit Geschäftskundenvertrieb von T-COM und dem Netzinfrastruktur-Dienstleister T-Netpro unter dem Dach der Servicesparte. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich damit um rund 13.000 auf etwa 52.000 erhöht. Laut T-Systems-Chef Konrad Reiss wird es im laufenden Jahr noch einiges zu tun geben, den Bereich neu aufzustellen.

Reiss hat die Servicesparte in zwei Einheiten aufgegliedert. Das Segment "Enterprise Services" soll sich um die 60 multinational aufgestellten Konzernkunden sowie Institutionen der öffentlichen Hand kümmern. Hier will der T-Systems-CEO die bestehenden Beziehungen ausbauen und einen höheren Anteil an den IT-Budgets seiner Kunden ergattern. Außerdem sollen vor allem neue Outsourcing-Verträge zusätzliches Wachstum sichern.

Im zweiten Segment "Business Services" betreut T-Systems rund 160.000 große und mittelständische Kunden. "Bei diesen Kunden wollen wir im Telekommunikationsbereich Marktanteile zurückholen, die regulierungsbedingt unvermeidbar zurückgegangen sind", kündigte Reiss an. Außerdem wolle man sich bei dieser Klientel verstärkt als IT-Service-Partner ins Gespräch bringen.

Reiss kündigte verstärkte Vertriebsaktivitäten im Mittelstand an. Damit soll der Marktanteil erhöht werden, den der T-Systems-CEO derzeit auf rund 27 Prozent taxiert. Auf einen konkreten Zielwert will er sich jedoch nicht festlegen lassen. Außerdem sei es schwierig, das absolute Volumen dieses extrem fragmentierten Marktsegments zu schätzen.

Seine neue Initiative will Reiss mit Sonderangeboten ankurbeln. So soll es bis Ende Juni dieses Jahres noch Einstiegspreise für schnelle Unternehmensanschlüsse geben. Dabei könnten die Firmen bis zu 590 Euro sparen, wirbt er. Außerdem erhielten Kunden, die sich bis Ende Mai für das Customer-Relationship-Management- (CRM-)Mietangebot entschieden, einen Rabatt von 20 Prozent auf die Standardpreise.

Für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich Reiss vorsichtig optimistisch. Er verwies auf ein Plus beim Auftragseingang um 6,7 Prozent. Dies sei unter anderem auf einige "Big Deals" zurückzuführen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 habe T-Systems seine selbst gesteckten Ziele "in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld" erreicht. Zwar hätten die Einnahmen mit rund 10,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr praktisch stagniert, positive Signale seien jedoch der um 3,1 Prozent gestiegene Außenumsatz sowie eine Steigerung der Einnahmen mit IT-Services um 10,4 Prozent, freute sich Reiss. (ba)